Samstag, 21. Januar 2017

Was lernen Medizinstudenten über Ernährung?

Freitag, 20. Januar 2017

Was ich aus der Psychiatrie mitgenommen habe...

Donnerstag, 19. Januar 2017

Woher wissen wir, dass Cholesterin zu Herz-Kreislauf-Erkrankung führt?



Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich kann mir gut vorstellen, das auch ihr alle Nase lang auf Leute trefft, die euch erzählen Fett und Cholesterin sei gesund, Kohlenhydrate seien schlecht und die ehemals verteufelten Eier seien heutzutage rehabilitiert.

Ich habe erst letzte Woche wieder mit einem LowCarber diskutiert, der erstens keinen Unterschied zwischen LowCarb und ketogener Ernährung sah (Ich halte beide Ernährungsformen für suboptimal, aber LowCarb für schlimmer, weil der Körper da das Nahrungsfett schön in Cholesterin umwandeln kann. Bei ketogener Ernährung verwandelt er es in Ketone und ich schätze das Risiko bei ketogener Ernährung an der Todesursache #1 zu sterben als geringer ein) und zweitens der Meinung war, das Cholesterin gesund und längst rehabilitiert sei. - Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt und ich verstehe auch nicht, wie irgendwer aufgrund der hohen Beweislast, etwas anderes behaupten kann. Nur Laien-Populärliteratur behauptet was anderes.

Und weil man die Leute scheinbar immer und immer wieder darauf hinweise muss, hat auch Dr. Greger letzte Woche ein Video veröffentlich mit dem Titel "How Do We Know that Cholesterol Causes Heart Disease?"



Darin geht es vor allem darum, dass es mehr als 100 Studien mit mehr als 1 Mio Probanden gibt, die alle belegen, dass gesteigertes LDL zu Atherosklerose führt.  Studien in Bezug auf Cholesterinsenker werden, so Greger, aber an Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 63 Jahren durchgeführt, was erklären könnte, warum Statine das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden nur um 20-30% senkt. Immerhin haben die Patienten wahrscheinlich schon ihr gesamtes bisheriges Leben zu hohe LDL-Spiegel gehabt.

Leider kann man keine Studie machen, in welcher man Menschen bewusst einem schädigendem Einfluss (z.B. LDL-Cholesterin) aussetzt. Sowas würde die Ethikkommision nie genehmigen. Man kann sich aber epidemiologische Studien anschauen, in denen Menschen sich freiwillig schädigenden Einflüssen aussetzen.;-) Leider sind derartigen Studien aber anfällig für Fehler. Also z.B. hat man einen Probanden der raucht und einen hohen Cholesterinspiegel hat. Wie soll man da unterscheiden.

Und das ist der Punkt an dem Menschen relevant werden, welche z.B. einen genetischen Defekt haben, wie die Mutation im PCSK9 Gen. Und das ist auch der Punkt an dem es interessant wird und wo an der Cholesterin"hypothese" kein Zweifel mehr bestehen kann.

Ich hab schon mal über das PCSK9-Gen geschrieben, als es um den neuen Cholesterinsenker Evolocumab ging, der in der Lage ist atherosklerotische Plaques rückgängig zu machen. Als erstes Medikament jemals! - Evolocummab wirkt an genau dem Gen und macht genau das, was diese Mutation kann: Es führt dazu, dass es auf der Zelle mehr Cholesterinrezeptoren gibt, somit die Zelle mehr davon aufnehmen kann und damit weniger Cholesterin im Blut schwimmt und zu Ablagerungen führen kann.

Dr. Greger geht hier näher auf Menschen mit dieser Mutation ein und erklärt, dass jeder 40. Afrikaner  (!!!) davon betroffen sei. (Was vielleicht ein Hinweis darauf sein könnte, dass die Massai mit Blut und Milch als Nahrung so gut zurecht kommen – Die Inuit haben ja auch eine Mutation, allerdings eine andere, die es ihnen erlaubt so viel Fleisch zu konsumieren). Und Menschen, die dieses Gen haben, welches ihren Cholesterinspiegel gravierend senkt, haben ein um 88% (!!!) vermindertes Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden als Menschen ohne diese Mutation und das völlig unabhängig von allen anderen Risikofaktoren wie schlechte Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol etc.

Sowohl anhand der Studie um das Medikament Evolocumab als auch an dieser Studie kann man sehr gut erkennen wie relevant niedriges LDL zu Senkung des Risikos an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben ist. Und zu behaupten, dass dem nicht so ist, ist regelrecht fahrlässig.

Glücklicherweise können aber auch Menschen ohne Mutation und ohne Evolocumab einen niedrigen Cholesterinspiegel erlangen, nämlich mit einer fettarmen, vollwertigen, pflanzlichen Ernährung. Essen muss jeder einzelne aber leider selber.

Menü des Tages am 17. Januar 2017

Blumenkohl und Paprika


Haferflocken mit Banane, Zimt, Carob, Leinsamen und Birne


Salat in der Mensa mit Reis und Kichererbsen


Pfanne aus Zucchini, Knoblauch, Kichererbsen, Reis und Gewürze + 1/2 Birne und 1 Banane





Ich bin jetzt 2 Wochen in der Challenge drin und das Essen schmeckt einfach unfassbar gut. Ich hab vergessen, dass das bei der Challenge so ist.:-)

Wenn man erstmal 2 Wochen dabei ist und konsequent ist, schmeckt das Essen leckerer als alles, was man sonst jemals gegessen hat. Das fühlt sich fast verrückt an. - Wenn ich nicht challenge bin ich der festen Überzeugung, dass ein TL Erdnussmus in der Gemüsepfanne, die Pfanne noch viel leckerer macht. Aber eigentlich stimmt das nicht, obwohl ich das Aroma von Erdnuss schon vermisse. Am aromatischten ist Essen tatsächlich fettfrei. - Fett ist kein Geschmacksträger sondern ein Aktivator für das Belohnungssystem. Der tatsächliche Geschmack ist mit Fett schlechter und die Befriedigung scheinbar höher.:-)

Alle Liebe

Silke


Sonntag, 15. Januar 2017

Kinderärzte und Zucker



Ich hatte letzte Woche Praktikum in Kinderheilkunde und eines ist klar: Ich werde kein Kinderarzt!

Ich hatte das auch nicht wirklich in Erwägung gezogen, aber ich habe schon mal den Gedanken gehabt, wenn es mir doch nicht mehr vergönnt sein sollte, ein eigenes Kind zu haben, dass man zumindest über eine berufliche Tätigkeit in Kontakt zu Kindern kommen kann. Allerdings kann man in Kinderheilkunde auch leider nicht die angenehmen Seiten der Kinder erleben – mit ihnen spielen zum Beispiel. Vielmehr hat man unsichere Kinder in neuer Umgebung und ggf. unter Stress!

Ich bin nach diesem Praktikum aber auch absolut nicht sicher ob ich, wenn es mir doch noch vergönnt sein sollte, ein eigenes Kind zu haben,  mit diesem Kind überhaupt einen Kinderarzt aufsuche! (Muss man natürlich, aber eigentlich will ich es nicht) - Und der Grund ist wie folgt.

Kinderärzte erpressen Kinder mit Gummibärchen, um sie dazu zu kriegen sich in Ruhe untersuchen zu lassen,

Ist klar, Belohnungssystem, Zucker, positive Assoziationen bezüglich des Arztbesuchs...UND das Kind lernt (wenn es das nicht bereits durch seine Eltern lernt), dass Zucker Schmerzen weg machen kann - körperliche und psychische.

Und das passiert nicht nur bei den größeren Kindern, das passiert bereits bei Säuglingen. Es gibt da diese Sab Simplex Tropfen, die bei Verdauungsstörungen von Babies helfen und die süß sind. Damit das Kind sie einnimmt, natürlich. Und damit wir Studenten einen Säugling in ruhe Untersuchen konnten, hat die Ärztin haufenweise Sab Simplex auf den Schnuller des Babies gegeben. Immer, immer wieder...

Jetzt ist es natürlich wichtig, dass es sowas gibt. In vielen Fällen ist das Kind ja auch schwer krank und die Folgen eines Nichtbehandelns schlimmer, als das Belohnungssystem darauf zu eichen, dass Zucker Schmerzen weg macht. Aber ein bisschen leichtfertig finde ich das schon. Besonders bei dem Säugling fand ich es fraglich, da die Mutter eine Drogenvergangenheit hat und im Methadonprogramm ist. Bei einer solchen Patientin ist es so, dass die Mutter natürlich die Ersatzdroge Methadon bekommt und das Kind, sobald es entbunden ist, weil es diese nicht mehr bekommt, unter Entzugserscheinungen leidet. Demnach wurde bei dem Säugling seit seiner Geburt nach und nach die Droge ausgeschlichen. Und dann kommen wir daher und dröhnen das Kind mit süßem Geschmack zu. Ein Kind was möglicherweise von Natur, durch die Sucht der Mutter, mit weniger Rezeptoren für Belohnungsbotenstoffe ausgestattet ist. - Also, man kann das sicher besser machen...

Ich würde meinem Kind zur Belohnung jedenfalls nicht Zuckerzeug kaufen, sondern ein Spielzeug oder eine Zeitschrift oder etwas ähnliches. Etwas womit es auch noch was lernen kann. Und wenn man sich fragt, warum andere Leute oder auch Ärzte das nicht machen, kann man nur zu der unbefriedigenden Antwort kommen: Zucker ist billiger. Und vielleicht sogar effizienter. Für den Moment. Und was passiert auf lange Sicht? - Die Verschwörungstheoretiker würden argumentieren, dass das den Ärzten so eh am liebsten ist, denn damit züchtet man sich dann gleich eine ganze Generation Diabetiker heran.

Natürlich wird man nicht von seltenem Konsum von Zucker süchtig oder übergewichtig, aber wehret den Anfängen....

Menü des Tages am 14. Januar 2017

Blumenkohl und Tomate


Haferflocken mit Mango, Banane, Zimt, Carob und Leinsamen


Reis, Schwarze Bohnen, Zucchini, Zwiebel und Gewürze
1 Mandarine


Snack: Kichererbsen


Lauch mit Kürbis, Kichererbsen und Gewürzen
1 Kaki



Darüber hinaus habe ich jetzt endlich eine Entscheidung getroffen: Ich werde mir keinen neuen Job suchen (jedenfalls vorerst nicht) und mein Glück im Internet versuchen. Ich kann zwar weder mit bloggen noch mit YouTube viel verdienen (for the time being), aber die Challenge brachte mir in 2016 pro Monat etwa die Hälfte eine 450€-Jobs ein. Daher will ich mich vorerst mal im sparsam sein üben und meine frei gewordene Zeit dem Internet widmen.

Ich hoffe Ihr und auch ich haben über kurz oder lang unseren Nutzen davon!:-)

Alles Liebe,

Silke


Dienstag, 10. Januar 2017

Ich hab den Bioladen verklagt...



Ich will euch heute mal ein Update geben, was nach der Kündigung im Bioladen diesbezüglich so passiert ist. Ich habe nämlich mehrere großartige Leser und Zuschauer da draußen, die sich weit besser mit Jura auskennen als ich und mir auf die Sprünge geholfen haben.:-) - Viele haben mich darauf hin gewiesen, dass eine fristlose Kündigung ohne Abmahnung absolut nicht rechtens sei, es sei denn man etwas gemacht, was dem Unternehmen vorsätzlich schadet, wie zum Beispiel Diebstahl. Die letzte fristlose Kündigung im Bioladen erfolgte z.B. weil eine Kollegin nach und nach mehrere tausend Euro gestohlen hatte. Damit ist meine Weigerung den Kunden aktiv Braten zu verkaufen natürlich nicht vergleichbar.

Eine Leserin und FB-Freundin von mir klärte mich nicht nur über die Möglichkeiten einer Klage und deren Finanzierung über Prozesskostenhilfe auf, sondern stellte auch den Kontakt zu einer Anwältin her, einer Frau Dr. des Arbeitsrechts, die dann ein Auge auf meinen Vertrag und meine Kündigung warf und wiederum einen Kontakt zu einem Arbeitsrechtler in Köln vor Ort herstellte, der ebenfalls einen Doktortitel hat und meistens Unternehmen vor Gericht vertritt. Mit diesem Herren habe ich mich dann letzte Woche getroffen und der hat Klage gegen den Bioladen eingereicht. Nicht nur auf regelrechte Kündigung sondern auch auf Abfindung.

Unternehmen mache es sich wohl häufig, besonders in Bezug auf 450€-Kräfte leicht, diese einfach nicht fristgerecht zu kündigen, weil sehr häufig eben keine Klage kommt und weil man 450€-Jobs auch recht leicht wieder findet. Außerdem sind die meisten Leute wohl nicht über die Prozesskostenhilfe informiert, die man beantragen kann, wenn man keine Rechtschutzversicherung und nur ein sehr geringes Einkommen hat. Ohne diese Aufklärung in Sachen Jura, hätte ich mir aber sicherlich auch nicht die Mühe gemacht mich zu wehren und es einfach so hin genommen. Der Staat kann das Geld aber auch im nachhinein bis zu 4 Jahren zurück fordern und es könnte schon sein, dass mir das passiert, sollte ich verlieren und sollte ich in 4 Jahren als Arzt gutes Geld verdienen.

Das ist es mir aber in jedem Fall wert, da es in meinem Fall moralisch darum geht, dass das Unternehmen versucht den Kunden zu verkaufen, dass sie an Umwelt- und Tierschutz interessiert seien, sich besonders an Kunden wendet, die gesundheitsbewusst sind, aber dann keinen Respekt für Angestellte haben, die diese Werte tatsächlich haben. Und sich diesen Angestellten gegenüber dann auch noch rechtswidrig verhalten...das geht alles, für ein Unternehmen, dass sich als Weltverbesserer fühlt, gar nicht.

Laut Anwalt kommt es da dann wohl ca. in einem Monat zu einem Termin vor Gericht und dann schauen wir weiter.

Am Samstag war ich dann bei meiner Kommilitonin zu Gast, deren Ehemann kürzlich einen Herzinfarkt hatte. Auf meine Empfehlung hin, hatte sie sofort das Buch Essen gegen Herzinfarkt: Das revolutionäre Ernährungskonzept von Dr. Esselstyn gekauft und es ihrem Mann zu lesen gegeben. Der war dann sofort Feuer und Flamme und hat bereits im Krankenhaus schon aufgehört irgendwas Ungesundes zu essen, Ich war jetzt eingeladen um ein bisschen zu erzählen was ich so darüber weiß und wir haben gemeinsam Mittagessen gekocht - Linsenbolognese mit Vollkornspaghetti - es hat allen gut geschmeckt und meine Kommilitonin isst ziemlich solidarisch mit ihrem Mann mit.

Sie ist die letzte in meinem Uni-Freundeskreis, die noch Fleisch isst. Eine weitere Kommilitonin lebt vegetarisch und eine dritte zuhause vegan und draußen auch mal vegetarisch. Und so habe ich aktuell mal wieder das Gefühl, dass sich da draußen doch was tut und dass sich, zumindest unter zukünftigen Ärzten ein Wissen darüber verbreitet.

Bei den Fragen, die ihr Ehemann hatte, ging es hauptsächlich darum, dass von offizieller Seite immer Öl und Nüsse empfohlen werden, aber Esselstyn zu kompletten Fettverzicht rät. - Ich bin mir nicht sicher, warum das so ist, aber meine Vermutung ist auch hier, wie bei den Empfehlungen der DGE, dass dem Menschen einfach nicht zugetraut wird eine "zu restriktive" Ernährung durchzuziehen und dass befürchtet wird, dass sie sich dann gar nicht verbessern. Das halte ich aber für falsch, weil es einer Bevormundung des Patienten gleich kommt. Klar, Nüsse und Öle sind besser als gesättigtes Fett und Cholesterin in der Nahrung und sie heben sogar den HDL-Spiegel, aber mit ihnen kriegt man den LDL Spiegel auch nicht so niedrig, wie er nach einem Herzinfarkt sein sollte. Man muss sich halt einfach darüber im Klaren sein, dass, je strenger die Ernährung, desto weniger Medikamente kann man nehmen.

Menü des Tages am 8. Januar

Brokkoli (hab vergessen Tomaten einzukaufen)


Haferflocken mit Banane, Zimt, Leinsamen, Carob, Kaki


Restliche Gemüsepfanne vom Vortag mit zusätzlich Zucchini und Knoblauch


1 Mandarine


Eintopf aus Hirse, Linsen, Zucchini, Zwiebel, Gewürze + 1 Mandarine



Heute sind dann die Semesterferien vorbei und die Uni geht noch satte 3 Wochen bis dann auch dieses Semester, bis auf Klausuren, vorbei ist. Und dann noch zwei Semester und das Studium ist rum. In der Vorklinik sah es so aus, also würde das Studium quasi für den Rest des Lebens dauern.;-) Aber die Klinik geht dann, doch um einiges schneller vorbei als man denkt.

Alles Liebe,

Silke


Donnerstag, 5. Januar 2017

Wie soll man "geschmierte" Forschung handhaben?


In den Anals of Intenal Medicine ist kürzlich eine Studie erschienen, welche die weltweiten Empfehlungen in Bezug auf Zuckerkonsum unter die Lupe genommen hat, darunter auch die Empfehlungen der DGE sowie die Studienlage, auf die sie sich beruft, und die zu dem Schluss kommt, dass die Datenlage zu schwach sei  Zucker als schädlich einzustufen.

Das ist verwunderlich in Anbetracht dessen, dass sowohl die WHO als auch etliche Fachgesellschaften den Konums von Zucker als sehr wohl schädlich ansehen, mal unabhängig davon, ob die Empfehlungen der DGE nun tatsächlich die der gesündesten Ernährung überhaupt sind oder nicht.

Das lustige hier ist, dass ich mal wieder durch das Deutsche Ärzteblatt von dieser Studie erfahren habe, und zwar nicht, weil es diese als besonders revolutionär oder ähnliches einstuft, sie noch nicht mal im regulären Teil des Ärzteblattes ab druckt, sondern in der Kategorie "Blog".

Das Deutsche Ärzteblatt hält von dieser Studie nämlich nichts, da sie von Internal Life Science Institute finanziert wurde und über das Internal Life Science Institute habe kürzlich die New York Times berichtet, dass dieses wiederum durch Lebensmittelhersteller wie Coca-Cola, General Mills, Hershey’s, Kellogg’s und Kraft Foods finanziert wird

Das Deutsche Ärzteblatt nimmt daher diese Studie als Aufhänger sich Gedanken zu machen wie es um wissenschaftliche Methoden bestellt ist. An der allgemeinen Studienlage zu zweifeln sei für dir Forschung eine wichtige Sache, denn nur durch Zweifel und erneutes Hinterfragen käme die Wissenschaft überhaupt voran. Dass gefährliche an Zweifel sei aber, dass Lobbyarbeit eben genau so arbeite. Als Beispiel wird hier die Jahrzehnte währende Lobbyarbeit der Tabakindustrie genannt.

Und was in diesem Artikel eigentlich bemängelt wird ist natürlich, dass es tatsächlich immer mal wieder vor kommt. Dass die Industrie Forschern gewillt ist sehr viel Geld zu zahlen, wenn sie irgendein Studiendesign aufstellt, das in der Lage ist irgendwas zu beweisen, dass die Industrie gerne hören will, wie z.B. dass nicht Zucker Kinder dick macht, sondern Bewegungsmangel. Beides stimmt natürlich. Und das Forscher gewillt sind dich quasi "schmieren" zu lassen.

Die entscheidende Frage ist natürlich: Welche Konsequenzen sollte man daraus ziehen.

Ein Freund von mir saß vorgestern Abend vor N24 wo irgendein Mensch erzählt haben soll, dass es ein Mythos sei, dass Schokolade süchtig mache. - Vielleicht ist die Frage hier, was das Wort "süchtig" überhaupt bedeutet, ob man von körperlicher oder psychischer Anhängigkeit spricht und von der Stärke der Sucht. Schokolade macht tatsächlich nicht körperlich abhängig. Schokolade kann, bei entsprechender Vulnerabilität des Menschen aber sehr wohl psychisch abhängig machen, sie funktioniert als Selbstmedikation für schlechte Gefühle und wenn jemand dauerhaft seine schlechten Gefühle mit Schokolade bekämpft - bekämpfen muss! - dann ist das in meinen Augen eine Sucht.

Im selben Atemzuge fragte mich mein Freund, weil ich ihm natürlich widersprochen habe, warum sich denn alle immer überall widersprechen würden. - Schlussendlich, weil alle Leute, auch Forscher und Journalisten, durchaus gerne gute Nachrichten über ihre schlechten Angewohnheiten hören. Natürlich findet man Studien toll, die Schokolade und Rotwein als gesund einstufen. Oder Studien über LowCarb, die den Verzehr von viel Fleisch rechtfertigen.

Hätten aber die Anals of Internal Medicine diese Studie gar nicht veröffentlichen sollen, weil die Möglichkeit besteht, dass Lebensmittelkonzerne sie finanziert haben? Oder sollte es explizit dazu schreiben, wer sich hinter dem International Life Science Institute verbirgt? Oder sollte man sowas grundsätzlich zum Schutz des Verbrauchers zensieren? Oder sollte man der Presse verbieten unqualifizierte Berichte dazu zu veröffentlichen?

Auf meinem YouTube Kanal kamen über Nacht drei Kommentare von einem neuen Zuschauer, der mir darin mit den üblichen Argumenten kam, warum ketogene Ernährung die beste Ernährung sei und ich habe zum tausendsten Mal meine Gegenargumente vor gelegt. Das selbe passiert auch immer wieder mit Rohköstlern. - Und das liegt einfach daran, dass diese Theorien immer und immer wieder weiter verbreitet werden und dass es immer mal wieder eine einzelne Studie gibt die irgendeinen positiven Aspekt an irgendwas finden kann. Im Gesamtkonzept geht das ganze dann aber nicht.

Aufgrund von Meinungsfreiheit, kann man das alles natürlich nicht verbieten und ich fände es auch doof, wenn jemand mir die Verbreitung meiner Ernährungsform verbieten würde - obwohl ich natürlich ECHTE wissenschaftliche Fakten vorweisen kann ;-) - aber so wird der Kampf wohl weiter gehen. Bis es endliche Steuern und Subventionen zur Durchsetzung gesunder Ernährung gibt.

Menü des Tages am 4. Januar 2017

Brokkoli und Tomaten


Hirse mit Banane, Zimt, Carob, Mandarine, Leinsamen


Gemüsepfanne aus Zucchini, Brokkoli, Zwiebel, schwarze Bohnen, Hirse, Gewürze


1 Mandarine



Die Raus aus der Lustfalle-Challenge ist in vollem Gang und ich hatte gestern nur Hunger auf 2 Mahlzeiten. Das Frühstück war recht spät und weil vorlesungsfreie Zeit ist, habe ich zwischendurch Mittagsschlaf gemacht, war dann wieder richtig schön fit für's Lernen und bin außerdem bei Tante Olga - kölns erstem unverpackt Laden gewesen um ein YouTube Video über den Laden zu drehen und war wieder mal erstaunt wie viele tolle, ähnlich denkende Menschen man dort trifft.

Ich finde es teilweise richtig, richtig schwer Menschen zu finden, die meine Interessen haben. In meinem Freundeskreis habe ich die jedenfalls nicht und sie lassen sich auch nicht inspirieren. Mittlerweile ist es so, dass ich meine Interessen für mich alleine lebe und darüber gar nichts sage, wenn ich andere Menschen um mich habe und mich denen dann anpasse. Ich quatsche mit ihnen dann übers Fernsehen oder die Politik und immer mal wieder berührt das eine das andere und ich komme dazu, was von meinen Interessen mit ein zu bringen. Aber eigentlich interessiert es niemanden, dass die meisten Menschen an zu viel Fleisch sterben, dass man mit zu viel Fleisch den Klimawandel unterstützt oder dass eine Fläche der Größe von Mitteleuropa, die ausschließlich aus Plastik besteht, im Pazifik schwimmt. Manchmal denke ich es wird besser, aber meistens nicht.

Alles Liebe,

Silke

http://rausausderlustfalle.de/der-21-tage-foodplan.html

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Pflanzliches Eiweiß sättigt besser als tierisches...und es ist umweltfreundlicher!



Für all die unter euch, die sich fragen, was aus meinem Eklat auf der Arbeit geworden ist, kann ich jetzt mitteilen, dass Denns mich fristlos kurz vor Weihnachten gefeuert hat. Das ist wahrscheinlich völlig illegal ist, da ich eine Kündigungsfrist von 4 Wochen habe und Denns mich durchaus auch 1. an Stellen hätte einsetzten können, die von mir nicht verlangt, dass ich Kunden Fleisch aufschwatze und 2. es sowieso nur noch um 8 Minuten ging, die ich hätte arbeiten müssen bevor keine Zeit mehr ist den Braten vor zu bestellen. - Der Psychologe in mir geht daher davon aus, dass es sich bei der Kündigung ausschließlich um die Rückgratlosigkeit der Bezirksleiterin handelte, die es zwar selber Scheiße findet, dass so viele Tiere zu Weihnachten gegessen werden, die aber kein Problem damit hat das Blutgeld dafür an zu nehmen um sich ein schönes Leben zu machen. - Und damit konfrontiert zu werden kann einen durchaus überreagieren lassen. Ich habe die Sache einer Anwältin für Arbeitsrecht vor gelegt und warte jetzt ab was passiert.

Unterdessen haben Forscher sich daran gemacht raus zu finden ob tierisches oder pflanzlicher Protein besser sättigt und die Studie diesen Monat in Food Nutrition Research veröffentlicht. Darin heißt es:

"Recent nutrition recommendations advocate a reduction in protein from animal sources (pork, beef) because of environmental concerns. Instead, protein from vegetable sources (beans, peas) should be increased. However, little is known about the effect of these vegetable protein sources on appetite regulation."

Die Ernährungsempfehlungen gehen also aktuell dahin aus Umweltschutzgründen weniger tierisches Eiweiß zu essen. Das erinnert mich an die EPIC Studie, die sich Gedanken darüber gemacht hat, ob man es bleiben lassen kann, tierisches Omega-3 zu essen, denn wenn man für Omega3 auf Fisch zurückgreifen muss, drohe eine Überfischung der Meere. Wie auch in der EPIC Studie zeigt sich auch  hier, dass ein Verzicht auf tierische Produkte nicht nur möglich, sondern ggf. auch noch besser ist (Mal völlig abgesehen vom Cholesterin und Fett in tierischen Produkten)

In dieser Studie gab es für 47 Männer drei unterschiedliche Mahlzeiten á 830 kcal. Eine mit tierischem Eiweiß von 19%, eine mit pflanzlichem Eiweiß aus Hülsenfrüchten von 19% und eine mit "wenig" Eiweiß von 9% aus Hülsenfrüchten. Alle halbe Stunde wurde auf einer Skala das Sättigungsgefühl notiert und 3 Stunden nach der Mahlzeit durfte dann wieder so viel gegessen werden, wie man wollte.

Das Ergebnis war, dass die pflanzliche Mahlzeit mit viel Protein aus Hülsenfrüchten besser sättigte als die Mahlzeit mit viel Protein aus Fleisch und dass die pflanzliche Mahlzeit mit wenig Protein immer noch genau so gut sättigte, wie die mit tierischem Eiweiß, was die Forscher interessant fanden.

Und deshalb finde ich pflanzliches Eiweiß auch so wichtig, wenn es um die Heilung von Essstörungen geht, genau wie das weglassen von Fett. So reduziert man maximal seine Kalorien und erreicht maximale Sättigung. Was aber dann noch erforderlich ist, ist los zu lassen von all den Zahlen. Sowohl den Zahlen auf der Waage als auch den Kalorienwerten, damit man sich wieder einen funktionierenden Sättigungsmechanismus angewöhnen kann und last but not least die Bewusstmachung emotionaler Gründe aus denen man isst.

Für den Beginn von 2017 habe ich wieder eine öffentliche Raus-aus-der-Lustfalle-Challenge an gesetzt, die am 1. Januar startet und am 21. Januar endet, für alle die unter uns, die über die Adventszeit zu sehr von rechten Weg ab gekommen sind und ihr Essverhalten wieder auf die Reihe kriegen und dem Zucker entsagen wollen. Das Ganze ist natürlich, wie immer, kostenlos und für alle, die noch Inspiration brauchen Gerichte ohne Fett und mit viele Hülsenfrüchten, gibt es den FoodPlan zur Challenge mit 4 € Rabatt, wenn man den Code "start2017" in die Maske ein gibt. Die Kommunikation mit allen Teilnehmern erfolgt auch dieses Mal wieder über die Facebookgruppe. - Ich weiß, ich hätte das hier im Blog früher ankündigen sollen, aber ich war einfach zu eingespannt.

Menü des Tages am 27. Dezember 2016 

Brokkoli mit 1 Tomate
Haferflocken mit Leinsamen, Kakao, Banane, Kokosmehl und Mandarine


Restlicher Eintopf aus Kürbis, rote Linsen, Brokkoli, Lauch, Gewürze


2 Riegel Lovechock von Weihnachten


Vollkornbrot mit Senf, Avocado, Vesttagsbratenscheiben und Paprika


Pudding aus Banane, Erdnussbutter und Seidentofu



Ich hatte zwischenzeitlich ein Vorstellungsgespräch bei einer Frauenärztin, bin aber hin und her gerissen, ob ich nicht vielleicht die frei gewordene Zeit lieber in alles investieren sollte, was ich so online mache, obwohl ich damit nicht auf 400€ in Monat komme, die ich eigentlich bräuchte bzw. ob ich mich vielleicht in dem Maße einschränken kann, dass ich auch mit weniger zurecht komme. So lange ich noch nichts Neues habe und Semesterferien sind, handhabe ich es vorerst so, dass ich mehr Zeit in das Internet stecke und dann schauen wir mal ob das Früchte trägt oder nicht. Vielleicht ist die Kündigung auch der Wink mit dem Zaunpfahl, denn selber kündigen hätte ich wahrscheinlich den Rest meines Lebens nicht über's Herz gebracht obwohl der Job schlussendlich völlig unlukrativ war. Schauen wir mal...neues Jahr, neues Glück!

Alles Liebe,

Silke