Mittwoch, 31. August 2016

Gnadenlose Dummheit auch in der Schulmedizin

 
Ich erinnere mich an etwas, dass der Prof. für Geschichte und Ethik der Medizin im 5. Semester mal gesagt hat, nämlich, dass viele Medizinstudenten so ca. im 9 Semester anfangen zynisch zu werden aufgrund der Desillusion, die ihnen begegnet. Statt Götter in Weiß zu sein erkennen Sie, dass Heilung in vielen Fällen gar nicht stattfindet, sondern nur Symptombekämpfung und das war eigentlich nicht das, was sie sich vom Studium erhofft haben.

Ich komme jetzt ins 8. Semester und fange an am Verstand der Schulmedizin zu zweifeln...

Ich habe gestern morgen gleich nach dem Aufstehen zufällig die E-Mail geöffnet, die mir das Deutsche Ärzteblatt regelmäßig schickt und einen Artikel durchgelesen, der mich interessierte. Es ging um das allseitsbeliebt Cholesterin und darum, dass die Leitlinien in den USA diesbezüglich kürzlich geändert worden seien, dass man sich in Europa aber nicht dieser Änderung nicht anschließen wolle.

Und zwar ging es darum, dass man in den USA aufgrund mehrerer randomisierter Studien zum dem Schluss gekommen sei, dass die Verabreichung von Statinen, also Cholesterinsenkern, sich positiv auf das Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen auswirke, selbst wenn die Cholesterinwerte niedrig waren. (Hier muss man sich natürlich fragen, was die Experten als niedrig erachten. Das übliche niedrig von unter 190 mg/dl oder das von Esselstyn und Ornish niedrig erachtete unter 150 mg/dl dem sich sogar Paleo-Guru Loren Cordain anschließt - abgesehen davon braucht es natürlich keine Statine um den Cholesterinspiegel zu senken, die richtige Ernährung reicht aus)

In Europa will man das also wie gesagt nicht machen, sondern an Zielwerten für LDL-Cholesterin festhalten. Man fand es falsch sich nur nach einigen randomisierten Studien zu richten sondern müsse auch Erkenntnisse aus Grundlagenwissenschaft, klinischer Beobachtung, Genetik und Epidemiologie betrachten. Selbstredend würde es auch den Patienten nicht gefallen, wenn man ihnen, egal ob hohe Cholesterinwerte oder nicht, Cholesterinsenker verschreiben würde. Das ist einem Patienten schon schwer zu erklären. Natürlich müssen die Patienten auch auf einen gesunden BMI achten, nicht rauchen, Sport machen, keinen erhöhten Blutzucker oder Blutdruck haben. Das ist so weit klar. Wegen all dem zweifele ich auch nicht am Verstand der Schulmedizin, sondern wegen dem was dann im Artikel kommt.

"Bei der Ernährung empfehlen die Autoren eine mediterrane Kost, die den Verzehr von Getreideprodukten, Gemüse, Obst und Fisch unterstreicht, angereichert durch Olivenöl und Nüsse. Zur Begründung wird auf die Ergebnisse der PREDIMED-Studie verwiesen, in der diese Kost die Rate von Herz-Kreislauf-Ereignissen gesenkt hat."

Das klingt, gar nicht so schlecht oder? Abgesehen vom Fisch ist da alles vegan und klingt ziemlich gesund. Ich habe mich aber gefragt, warum man hier auf mediterrane Kost setzt und nicht auf Ornish-Kost zum Beispiel. Von der PREDIMED-Studie hatte noch nie gehört, also schaute ich sie mir mal an. Auch über die PREDIMED-Studie hatte das Deutsche Ärzteblatt imJuni 2016 zu berichten und zwar folgendes:

"Eine mediterrane Ernährung, die reich an pflanzlichem Fett aus Olivenöl oder Nüssen ist, hat in einer randomisierten Studie das Körpergewicht besser gesenkt als eine fettarme Diät. Dies geht aus einer neuen Analyse der PREDIMED-Studie in Lancet Diabetes & Endocrinology (2016; doi: 10.1016/S2213-8587(16)30085-7) hervor."


Ich denk, das kann doch nicht sein und bin inspiriert mehr über diese Studie zu erfahren. Was für eine fettarme Ernährung haben die da wohl genommen, frage ich mich. Eine voller Weißmehl und Zucker? Wie das vorher schon mal war...

Ich brauchte mir die Originalstudie gar nicht anschauen, denn das Deutsche Ärzteblatt fasst alles ganz wunderbar zusammen. In spanischen Krankenhäusern wollte man rausfinden wie sich mediterrane Ernährung auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt. (Die Forscher im mittelmehrnahen Spanien waren wohl ein bisschen gebiased, dass sie sich überhaupt für eine derartige Studie entschieden) - Also nein, man hatte keine fettarme Ornish-Ernährung als Vergelich genommen, sondern sich nur auf mediterrane Ernährung beschränkt. 7447 Männer und Frauen zwischen 55 und 80 Jahren wurden in 3 mediterrane Ernährungsweisen eingeteilt. Die eine Gruppe bekam eine Flasche Olivenöl pro Woche geschenkt und sollte damit kochen, die zweite sollte täglich 30 g Nüsse essen und die dritte "wurde von den Diätassistenten auf eine fettarme Kost eingeschworen, die seit Jahrzehnten von Ernährungsexperten zur Vermeidung von Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen wird."

Und jetzt haltet euch fest, welche Prozentwerte an Fett in den Gruppen verzehrt wurden:

Olivenölgruppe: 41,8% Fett
Nussgruppe: 42,2% Fett
"Fettarme" Gruppe: 37,4% Fett

Das ist also in allen Gruppen viel, viel, viel zu viel!!!!
- Und eine fettarme Ernährung hat unter 20% Fett, wenn nicht gar weniger, wie Ornsih' und Esselstyns Ernährungsweisen, die Atherosklerose rückgängig machen können.

Wer finanziert Studien in denen Menschen mit weitaus mehr Fett gefüttert werden als die WHO als gesund empfiehlt? Warum wird das von eine Ethikkommision nicht abgelehnt? Und warum kommen die Ersteller der Leitlinien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf die die Idee eine derartige Studie als Grundlage für Ernährungsempfehlungen zu nehmen ohne zu schauen ob es da nicht noch mehr gibt, was man berücksichtigen muss, zum Beispiel was sie oben nannten: Erkenntnisse aus Grundlagenwissenschaft, klinischer Beobachtung, Genetik und Epidemiologie. Grundlagenwissenschaften!!!! - Biochemisch wird Cholesterin nun mal aus Fett in der Leber hergestellt. Wie zum Geier kann man Herzkranken zu einem derartigen Fettverzehr raten??? - Bei der "Fettarmen" Diät hatten die Probanden am wenigsten abgenommen heißt es. Alle 3 Ernährungsweisen waren ohne Kalorienbegrenzung.

Wie kann man 3 gnadenlos suboptimale Ernährungsweisen in einer Studie vergleichen? Wie kann man sich so gegen die WHO stellen? Wie kann man Probanden vorsätzlich so schaden? Wie kann man das Wort "fettarm" so zweckentfremden? Wie kann man, wenn man Leitlinien ausspricht, sich ausschließlich auf eine derart suboptimale Ernährung ausrichten? Klar ist das alles besser als Fleisch und Milchprodukte und Industrienahrung, aber es führt absolut ganz und gar nicht dazu, dass man den Cholesterinspiegel senken kann oder die Menschen wirklich schlank macht. Und um Cholesterin ging es doch ursprünglich, oder? Die USA wollen Statine verschreiben und Europa nicht. Wie kann man so gnadenlos dumm sein? Als 1er Abiturient, Akademiker und Dr. Med?

Ich hab Ornish' Studie vor einem Jahr mal an einen Pathologieprofessor geschickt mit der Bitte mir zu erklären, warum man immer noch lehrt, dass Atherosklerose nicht reversibel ist. Davon war der so beeindruckt, dass er mich unbedingt kennen lernen wollte. Ich dachte tatsächlich auch, er wolle mich kennen lernen, aber bei unserem Treffen erzählte er die ganze Zeit von sich, von seiner Laufbahn und darüber dass er es bedaure, dass in der Medizin nicht zu eigenständigem Denken angeregt wird. Vielleicht ist das wirklich so. 6 Jahre lang muss man stur auswendig lernen was gelehrt wird, was Leitlinie ist und was kontraindiziert und kommt gar nicht auf die Idee irgendwas zu hinterfragen oder sich die betreffenden Studien mal selber durchzulesen. Höchstens noch in seinem eigenen Forschungsgebiet, wenn es um die Promotion geht.

Das ist sehr bedauerlich und es raub mit mal wieder total den Respekt vor der gesamten Instanz der Medizin wenn man so gnadenlos dumme Studien ernsthaft als Empfehlung für Leitlinien in Betracht zieht. Ich fühle mich gerade wieder so wie als ich vom True North zurück kam, wo man Krankheiten heilt, gegen die man im Herz-Zentrum mit allen mitteln kämpft und sie nicht in den Griff kriegt. Und niemand im schulmedizinischen Dunstkreis wundert sich darüber. Alle hocken in der Matrix.

Ornish hat glaube ich 13 Jahre gekämpft bis sein Programm zur Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von der Krankenkasse, respektive aktuell Obama-Care, übernommen wurde. In anbetracht dessen bräuchten in den USA dann auch bald keine Statine mehr verschrieben werden. Aber in Europa mit 40% Fett in der Ernährung wird das nichts werden. Damit kommt niemand auf die Referenzwerte. Das hat die PREDIMED-Studie auch gar nicht untersucht, sondern nur ob man damit abnimmt. Ich würde sagen: 5 - ungenügend - am Thema vorbei.

Menü des Tages am 30. August 2016

Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Carob, Banane, Ananas und Heidelbeeren und Leinsamen



Eintopf aus Mangold, Aubergine, Zwiebel, rote Linsen, Kartoffeln, Salz, Thai Curry Paste
Roggenbrot



Bananeneis


2 Bananen

Rest Eintopf


1 kleine Ananas


1 Banane (man beachte die Katze auf dem Bild ;-)


Ich stelle gestern und auch heute vermehrt fest, dass ich Lust auf was Süßes habe und auch besonders viel Durst, was wahrscheinlich der wirkliche Grund ist, warum ich Lust auf Süßes habe: Das Wasser reicht nicht obwohl ich 3 l trinke. Vielleicht, weil es die Tage so heiß war. Es kommt mir auf jeden Fall komisch vor und nicht wie die Regel.

Wenigstens donnere ich mich aber nicht von vorne bis hinten mit Fett zu egal, ob mediterran oder nicht. Also, ich muss noch irgendwie durch dieses Studium kommen mit der Schizophrenie innerhalb dieser Wissenschaft, was wahrscheinlich mit der unendlichen Fülle an Erkenntnissen zusammen hängt. Aber eigentlich ist es so wie T. Colin Campbell es in seinem Buch Whole: Rethinking the Science of Nutrition beschreibt - der 80jährige Biochemiker sinniert über die Wissenschaft - nämlich: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Wir brauchen nicht immer noch weiter und noch detaillierter erforschen welches Molekül an welchem Rezeptor wie wirkt, wir müssen einfach das Ganze betrachten, natürliche Nahrung essen, abwechslungsreich essen und alles was unnatürlich und verarbeitet ist außen vor lassen. Medikamente kommen eh nur gemeinsam mit Nebenwirkungen daher und sollten für den Notfall vorbehalten sein. Dann haben wir die Probleme auch nicht die wir haben und kein Medizinstudent muss auswendig lernen, dass bei beidseitiger Nierenarterienstenose ACE-Hemmer kontraindiziert sind, denn dann hat man weder eine Nierenarterienstenose noch braucht man ACE-Hemmer und der Arzt kann sich um die Wichtigen Dinge in der Medizin kümmern.

Alles Liebe,

Silke


Montag, 29. August 2016

Fadenwürmer und das Grim-Reaper-Gene oder Warum tierisches Eiweiß die Krebsentstehung fördert



Dr. Greger hat letzte Woche ein interessantes Video veröffentlich anlässlich der Veröffentlichung einer Langzeitstudie über die schädliche Wirkung von tierischem Eiweiß. Dabei holt er ziemlich aus, aber das macht das Thema gerade so interessant. Er fragt sich nämlich wie es dazu kommt, dass manche Menschen ein sehr hohes Alter, also z.B. über 100 erreichen und andere nicht. Dabei kommt er dann auf den Fadenwurm Caenorhabditis elegans zu sprechen, bei dem man ein Gen Namens DAF-2 oder auch liebevoll Grim Reaper Gene, also Sensenmann-Gen, erstmal entdeckt hat. Dieses Gene haben Forscher ausgeschaltet und der Fadenwurm wurde daraufhin nicht nur 30 sondern 60 Tage alt. Also, er erreichte ein Alter das doppelt so hoch war, wie sein normales Alter.

Dieses Gen haben aber nicht nur Fadenwürmer, sondern auch wir Menschen und es codiert für einen Wachstumsfaktor namens IGF-1, was für Insulin-like-growth-factor steht, ein Hormon, was einerseits dazu führt, dass Kinder zu Erwachsenen heran wachsen (natürlich nicht als einziger Faktor) aber auch bei Erwachsenen noch anabole Prozesse reguliert. Leider reguliert es aber auch das Wachstum von Tumoren, respektive regt ihr Wachtum an, da bösartig Tumore voll sind von Rezeptoren für IGF-1.

Man möchte jetzt meine: "Ach, das sind Gene, daran kann man nichts ändern" - aber das stimmt natürlich nicht. Wie viel IGF-1 der Körper produziert, sprich, ob die Gene abgelesen werden oder nicht, hängt unter anderem damit zusammen was wir essen und es wird besonders viel IGF-1 produziert, wenn man tierisches Eiweiß isst.

Greger legt in seinem Video Studien vor, die sowohl belegen, dass eine Verminderung von IGF-1 durch pflanzliche Ernährung das Wachstum von Brustkrebs, aber auch das von Prostatakrebs senken. Im jeweiligen Geschlecht übrigens die häufigste Krebserkrankung.

Jemand der mit einem seltene genetischen Defekt geboren wird, bei welchem der Körper zu wenig IGF-1 produziert, leidet an einer bestimmten Form der Kleinwüchsigkeit. Jedoch haben Studien auch zeigen können, dass diese Menschen regelrecht immun gegen Krebs sind. 230 Menschen mit diesem Defekt befanden sich in dieser prospektiven Studie und kein einziger entwickelte Krebs.

Das ist für Dr. Greger dann auch eine Erklärung dafür, dass LowCarb-Ernährungsweisen die Sterblichkeit grundsätzlich erhöhen. Also tieriche LowCarb-Diäten. LowCarb mit Pflanzen hat diesen Effekt nicht. Auf das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, die durch das viele Fett und Cholesterin in tierischen Produkten verursacht werden, geht er hier noch nicht mal ein. Nur auf IGF-1.

Jetzt hat diese neue Studie gezeigt, dass ein zu hoher Eiweißkonsum, wenn er aus tierischen Produkten stammte die Sterblichkeit und das Krebsrisiko erhöhte, wenn es sich um tierisches Eiweiß handelte. Pflanzliches Eiweiß habe diese Wirkung nicht. Unter LowProtein Intake versteht diese Studie übrigens die empfohlene Menge an Protein.

Und jetzt wird's lustig: Daraufhin wurde in der Presse ein Statement veröffentlicht, dass Chicken Wings demnach so schädlich sein könnten wie Zigaretten, denn der Sterblichkeitsfaktor in dieser Studie war wohl dem Sterblichkeitsfaktor von Zigaretten sehr ähnlich. - Diese Behauptung fand daraufhin der Ernährungswissenschaftler Gunther Kuhnle von der Reading University fatal, denn das würde den Leute suggerieren, dass man, wenn Chicken Wings so schädlich sind wie rauchen, ja regelrecht die Menschen dazu auffordern würde zu rauchen, weil das dann ja wohl doch nicht so schlimm sei (ich frage mich jetzt wieder, wie ein Akademiker so einen Schwachsinn denken kann...warum kann er nicht denken: "Oh, Chicken Wings so schädlich wie Rauchen – na, dann muss ich wohl meinen Konsum an Chicken Wings reduzieren...")

Greger kommt das hingegen bekannt vor, von einer Behauptung die der Zigarettenhersteller Phillip Morris vor Jahren schon aufgestellt hat als es darum ging das Passivrauchen als nicht so schlimm darzustellen. Damals hatte Phillip Morris Zahlen präsentiert, dass Milchtrinken 3 Mal so schädlich sei wie Passivrauchen in Bezug auf die Lungenkrebsentstehung, mit Öl kochen 9 Mal so schädlich, Fleisch essen 10 Mal so schädlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und eine Ernährung mit viel gesättigtem Fett sogar 26 Mal so schädlich in Bezug auf Lungenkrebs wie Passivrauchen. Phillip Morris hatte auch Studien dazu und forderte in dem Zusammenhang auch auf bitte eine objektive Perspektive zu wahren. - Das selbe Prinzip nur anders herum. - Greger erklärt, seit Phillip Morris Kraft Foods gekauft habe, würden sie die Schädlichkeit von Zigaretten auch nicht mehr mit der Schädlichkeit von Nahrungsmitteln vergleichen... Ruiniert ja doppelt ihren Profit.



Menü des Tages am 28. August 2016


Brokkoli mit Paprika


Haferflocken mit Banane, Leinsamen, Ananas, Carob, Zimt


Salat aus Kopfsalat, Süßkartoffel, Linsen, Paprika, Gurke, Zwiebel, Salz, Pfeffer, Limettensaft


1 Banane


Diverses beim HighCarb treffen in Köln



2 Alkoholfreie Becks



Ich war gestern auf dem HighCarb treffen, was gestern besonders nett war und zum Ende der Veranstaltung ist was passiert, was mich schwer zum Nachdenken gebracht hat. Jemand hat erzählt, dass – und eigentlich glaube ich das auch nicht ;-) - es Schätzungen gäbe, wie lange es noch dauert, bis der Mensch sich selbst ausrottet, die vermuten, dass wir noch ca. 15-20 Jahre auf diesem Planeten haben. Dann kommt die Sintflut oder der Nukleare Holocaust oder ähnliches.

Also, ich glaube das allein schon deshalb nicht, weil die alten Griechen schon geglaubt haben, die Welt stünde kurz vor dem Untergang, aber ich habe mich gefragt, was ich machen würde, wenn das jetzt wirklich so wäre. Wenn ich und auch alle anderen Menschen nur noch 15 Jahre zu leben hätten. - Dann wäre es nämlich völlig egal, dass ich mich leidenschaftlich dafür einsetze, dass Menschen nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs leiden und sterben, welche sie sich selber angefressen haben. Ich kann auch meine ganzes Müll sparen und Tiere retten völlig vergessen. Meine gesamte Existenz wäre unbedeutend, wenn die Welt in 15 Jahren unter geht.- Möglicherweise bin ich auch so völlig unbedeutend, aber meine Ziele wäre auch unwichtig: Abschluss des Studiums, Doktorarbeit, Nachwuchs in die Welt setzen – ALLES. Wenn ich heute wüsste, dass die Welt in 15 Jahren unter geht, was würde ich dann tun?

Ich nehme an das Studium schmeißen, im Bioladen Teilzeit arbeiten und in der Zwischenzeit versuchen Spaß zu haben. Nein, Blödsinn, ich würde das Studium schmeißen, genug Geld sparen um nach Los Angeles zu ziehen und da die letzten 15 Jahre mit Geld verdienen und Spaß haben verbringen. Da ist das Wetter und die Mentalität besser als in Deutschland... - In Anbetracht dessen, dass ich davon ausgehe, dass ich noch 60 Jahre lebe und die Welt noch ein paar 100 Jahre, ist das aber keine Option. - Verrückt, wie anders die Lebensplanung ausfällt, je nachdem wie viel Lebenszeit man sich noch erhofft. - Wenn nur ich in 15 Jahren tot wäre, wäre es hingegen anderes: Dann gäbe es noch Tiere, Menschen und Planeten zu retten und ich hätte wieder eine Aufgabe!:-)

Alles Liebe,

Silke


Donnerstag, 25. August 2016

Nobelpreisträger Harald zur Hausen: Virale Bestandteile in Milch und Rindfleisch führen wahrscheinlich zu Multipler Sklerose



Der Virologe Harald zur Hausen hat im Jahr 2008 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie gewonnen, weil er es war, der entdeckt hat, dass Gebärmutterhalskrebs aus einer vorherigen Infektion mit dem Humanen Papilloma Virus entsteht. Seither kann man gegen diese Krebsart heutzutage regelrecht impfen und das war dem Nobelpreiskomitee die Entdeckung wert. Die Hypothese für diese nobelpreiswürdige Entteckung hegte er jedoch bereits 1976.

Jetzt, 80jährig, hat er eine neue Hypothese, nämliche das Viren, die wir aus Milch und Rindfleisch zu uns nehmen, zum Ausbruch der Multiplen Sklerose führen können und zwar über einen ziemlich komplizierten Mechanismus. In einem Interview mit Spektrum der Wissenschaft schilderte er, dass es wahrscheinlich 3 Voraussetzungen sind, die zur Erkrankung der Multipler Sklerose kommt:

1) Der Verzehr von Milch oder Rindfleisch mit den darin enthaltenen Viren

2) Eine latente, bereits vorhandene Herpesinfektion

3) Vitamin D Mangel

Zellen, die von beiden Viren befallen sind erfahren dann eine  Replikation der viralen DNA, entzünden sich und werden im Zuge dessen zerstört. Die Multiple Sklerose entsteht.

Nun geht zur Hausen davon aus, dass wir als Volk regelrecht kollektiv bereits infiziert sind, denn die wenigsten von uns sind ohne Rindfleisch und Kuhmilch aufgewachsen. Gegen eine bereits bestehende Herpesinfektion kann man auch nicht mehr viel tun. Der einzige Schutzmechanismus wäre hier die ausreichende Sonnenlichtversorgung zur Vitamin D-Bildung. Zur Hausen beschreibt, dass diese Theorie auch das Nord-Süd-Gefälle der MS erklären würde. Offensichtlich gibt es in Regionen mit schlechter Sonnenlichtversorgung mehr MS Fälle als in Äquatorialebene.

In diesem Interview ist aber auch interessant wie er beschreibt, dass man diese Entdeckung überhaupt gemacht hat. Ursprünglich wollte man nämlich die Entstehung von Darmkrebs und Brustkrebs erforschen und hat sich daher um Fleisch und Milchverzehr gekümmert. Bei beiden Krebsleiden ähnele sich das globale Muster, sprich beides taucht in den selben Gegenden auf, nämlich in Zivilisationsländern. In manchen Gegenden war es aber komplett unterschiedlich worauf sich die Forscher gefragt haben, warum das so sei. Unter anderem gibt es Gegenden, in denen viel Fleisch verzehrt wird, sogar rotes Fleisch, wie in Bolivien, aber dabei handele es sich um andere Rinderarten als wir sie im allgemeinen essen. Zur Hausen:

"Das hat mich zu der Spekulation geführt: Irgendetwas steckt in den eurasischen Milchrindern (Bos taurus), die sich vom Auerochsen ableiten, das Krebs auslösen kann."

Und dann äußert er auch noch folgenden hochinteressanten Satz

Heute werden viele Kinder früh mit Kuhmilch gefüttert. Ist das eine Erklärung dafür, dass multiple Sklerose als Zivilisationskrankheit gilt?  

"Richtig! Das sieht man auch in Indien: In den 1970er Jahren propagierten indische Kinderärzte, Säuglinge schon nach drei Monaten abzustillen und auf Kuhmilch umzustellen, weil sie damit angeblich besser ernährt würden. Indien produziert heute sehr viel Milch, und der Milchkonsum ist enorm angestiegen. Etwa seit der Jahrtausendwende lässt sich dort auch ein Anstieg der Brustkrebsrate beobachten. Die Dickdarmkrebsrate blieb übrigens niedrig – außer in Regionen, in denen traditionell mehr Rindfleisch gegessen wird, das ja sonst in Indien kaum verzehrt wird. Das legt den Verdacht nahe, dass Dickdarmkrebs mit dem Fleischkonsum korreliert, während beim Brustkrebs Milchprodukte wichtig sind."

Also, ich weiß ja, dass wir nicht auf Nobelpreisträger hören, wir hören ja auch nicht auf die Weltgesundheitsorganisation. Für die meisten Menschen ist es eh zu spät, da sie schon mit diesen Rinder-Viren infiziert sind und es bleibt nur Vitamin D. - Aber Darmkrebs und Brustkrebs, das ist nochmal ne völlig andere Nummer und es sind bei Frauen die beiden häufigsten Krebsarten. - Ich weiß wirklich nicht, warum die Welt diese Lehren nicht annimmt. - Ich weiß auch nicht wie lange ich, aufgrund genau dieser grenzenlosen Dummheit in der Gesellschaft, ich diese noch ertragen kann. Ich kann keine Uniklini-Cafeteria ertragen in der 40% Zucker und 40% Fett serviert wird, ich kann die Diabetogenese-Automaten dort nicht ertragen, ich kann nicht ertragen, dass die Patienten von der Behandlung der einen Krankheit, eine andere bekommen, die dann wieder behandelt werden muss, ich kann nicht ertragen, dass niemand weiß, dass man Atherosklerose zurückbilden kann und Typ-2-Diabetes heilbar ist und irgendwie wundere ich mich dann auch nicht mal darüber, da Umfragen ja bescheinigen, dass 40% der Deutschen den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur nicht kennt...Die Dummheit ist wirklich grenzenlos! Auch unter Akademikern und das macht es zur Tragödie...

Menü des Tages am 24. August 2016

Brokkoli mit Paprika


Reis mit Zimt, Banane, Birne, Leinsamen


Buchweizenpfannkuchen mit Guacamole und Linsen


Rest Eintopf und Rest Linsenfüllung


1 Banane  
2 Scheiben Vollkornbrot

Eintopf aus Resten



5 alkoholfreie Bier

Ich war gestern bei Dreharbeiten und habe Catering-Vollkornbrot dort gegessen. Irgendwas ist mit glutenhaltigem Brot los, dass man, also ich, mehr davon isst als man eigentlich Hunger hat. Aber es war immer noch besser als zu früheren Drehzeiten, wo ich Kaffee und Süßkram gegessen habe und am besten auch noch irgendwo eine Zigarette geschnorrt habe. Gesundheit wird beim Fernsehen so klein wie möglich geschrieben. Hauptsache billig.

Ich hab auch zum ersten Mal seit 94 Tagen wieder Avocado gegessen weil ich ein Rezept aus Nicole Justs Buch La Veganista: Lust auf vegane Küche umgestellt habe. Ich habe Avocado-Mayo statt Cashew-Mayo gemacht, weil ich ja offiziell auf Nüsse verzichte, es aber zu Avocado keine Regeln gibt. Das ist natürlich vom Fettgehalt völlig egal und, oh mein Gott, die Guacamole war soooo lecker. Volle Kanne Belohnungssystemaktivierung....

Und abends gab es in Gesellschaft alkoholfreies Bier.

Alles Liebe,

Silke




Montag, 22. August 2016

ZDF WISO - Die Konsumagenten klären über Zucker auf



Ich gucke nicht viel fernsehen und auch nicht gerne. Ich streame das was ich für gut halte im Internet. Mein Fernseher läuft einmal im Jahr, wenn die Oscarverleihung übertragen wird und dann alle 2 Jahre wenn entweder Fußball-WM oder EM ist. Ich finde das Fernsehen richtig, richtig schlecht. Es ist erstens eine reine Verdummungsmaschine und zweitens ein totaler Lügenapparat. Ich hab für's Fernsehen gearbeitet, ich weiß was für ein Mist das ist. Was mich wundert, ist, dass Leute sich das anschauen, dass sie sich selbst nicht mehr wert sind, als diesen Scripted Reality Scheiß von morgens bis abends anzuschauen. Und dann auch noch in Widerholungen. In den 80er Jahren war das deutsche Fernsehen jedenfalls um Längen besser. Da wurden Medienschaffende auch noch anständig bezahlt. Jetzt muss überall gespart werden (ne, muss gar nicht - wird einfach, damit die Produzenten mehr für sich behalten können), Praktikanten und Laien übernehmen die Jobs von ausgebildeten Filmschaffenden wie Regisseuren, Maskenbildnern, Schauspielern und dann wird Mist produziert mit dem man dem Volk Werbung aufschwatzen kann, die sie krank macht. Ich finde das Fernsehen wirklich zum kotzen.

Und dann kommt das ZDF und stahlt "WISO, die Konsumagenten" aus.

Natürlich nicht im Nachmittagsprogramm, natürlich nicht für Otto Normalverbraucher, sondern für Leute, die sich für Wirtschaft und Soziales interessieren. Mein Vater hatte diesen Beitrag zufällig auch gesehen und er ist mitunter das Beste was ich seit Jahren im deutschen Fernsehen gesehen habe. Anastasia Zampounidis und Wolfgang Trepper gehen als Konsumagenten dem Zucker auf die Spur.


Wo alles drin ist, wie viel Zucker die WHO empfiehlt, dass die meisten Menschen schon mit dem Frühstück so viel Zucker aufnehmen, dass es für den ganzen Tag reicht, dass man vor Zucker eigentlich auf der Verpackung warnen musse, dass Zucker suchtähnlich wirkt, wie ihnen der kölner Ernährungsmediziner Prof. Thomas Kurscheid bestätigt. Sie lassen Verbraucher den Gehalt von Zucker in Lebensmitteln schätzen, backen Muffins aus unterschiedlichen Zuckern und lassen Passanten testen und es kommt absolut gar nichts Unwissenschaftliches oder Falsches drin vor.

Diesen Beitrag des ZDF sollte man eine Woche lang auf allen Kanälen ohne Werbeunterbrechung zeigen, damit das Volk endlich mal checkt was Sache ist.

Natürlich wird am Ende dann auch wieder gesagt, dass man ein bisschen was ja darf. Leider ist den meisten Menschen aber absolut nicht klar wie wenig dieses offiziell erlaubte Bisschen ist – und natrlich auch nicht, dass es bei einem Bisschen ja meistens nicht bleibt.

Aber schaut selbst in der ZDF Mediathek

Menü des Tages am 21. August 2016

Zucchini und Tomate



Haferflocken mit Carob, Banane, Leinsamen, Tellerpfirsich


1 Kohlrabi, weil ich Hunger hatte und das Essen noch nicht fertig war


Zu wässrige Gemüsepfanne aus Zucchini, Tomatensauce, Reis, rote Linsen, Knoblauch


Eintopf aus roten Linsen, Zucchini, Paprika, Möhre, Zwiebel, Gemüsebrühe, Thai Curry


1 Banane

2 Möhren

Ich war von Freitag auf Samstag bei meiner Schwester eingeladen wo ich zwar zuckerfrei geblieben bin, aber die Nahrung dort war definitiv höher belohnend als was ich normalerweise esse. Ich hatte daher gestern das Gefühl ich würde mich überfressen, was ich sonst nicht habe... Also, diese Suche nach weiterer Belohnung in nicht-belohnendem Essen.

Ich fühle mich normalerweise von Esssucht total geheilt. Recherche auf dem Gebiet fasziniert mich auch nicht mehr. Diäten und Sporttipps faszinieren mich nicht mehr. Ich komme jetzt an die Wurzel von allem: Der Frage warum negative Gefühle da sind und wie man mit ihnen umgeht. Zu belohnender Nahrung zu greifen ist so viel einfacher als seine Kindheitstraumata zu bearbeiten oder auch sich Herausforderungen zu stellen an denen man scheinbar wieder und wieder scheitert.

So hat mir kürzlich ein Klinikchef versprochen mir eine Doktorarbeit zuzuteilen. Er hat mein Interesse an einen andern Arzt weitergeleitet, der sich dann mit mir in Verbindung setzen sollte, was aber nicht tat. Auf mein Nachfragen hin, hieß es dann, alle Doktorarbeiten seien bereits vergeben. Ich bemühe mich jetzt seit 3 Semestern darum und komme und komme nicht weiter. Es hagelt immer wieder Absagen und ich weiß nicht, was ich noch unternehmen soll...

Nach diesem erneuten Fehlversuch habe ich vor Wut und Verzweifelung heulen müssen. Ich habe mir in den letzten 162 Tagen abgewöhnt zu Drogennahrung zu greifen und sogar der Reflex ist jetzt verschwunden. Dafür sind die Probleme da. - Die waren vorher auch da, aber ich habe sie nicht gespürt und nicht so gelitten. - Jetzt muss ich an die Psychokisten ran...

Alles Liebe,

Silke

http://rausausderlustfalle.de/der-21-tage-foodplan.html


Mittwoch, 17. August 2016

Lactirelle - Der perfekte Limoersatz für heiße Sommertage



Die Dr. Jacob's Medical GmbH hat mich angeschrieben und gefragt, ob ich Lust hätte eines ihrer Produkte zu testen und dann einen Bericht darüber zu schreiben. Und ich hatte natürlich Lust. :-)

Dr. Ludwig Jacob ist einer der derzeit noch recht spärlich gesäten deutschen Ärzte, die eine fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung propagieren. Er hat einen dicken Wälzer für Ernährung geschrieben Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts: Die effektivsten Maßnahmen zur Prävention und Therapie von Zivilisationskrankheiten sowie jetzt neu ein Buch zum Thema Prostatakrebs Prostatakrebs-Kompass: Prävention und komplementäre Therapie mit der richtigen Ernährungs- und Lebensweise. Er leitet das Dr. Jacobs Institut für komplementärmedizinische Forschung sowie die Dr. Jacobs Medical GmbH auf deren Website sich auch ein Shop für Nahrungsergänzungsmittel befindet und eines davon ist das mit zugesandte Lactirelle.


Lactirelle ist quasi eine instant Version eines Erfrischungsgetränks, vom Prinzip her wie ein Sirup. Man nimmt einen kleinen Teil davon und gibt ihn in Wasser und hat dann das fertige Getränk. Es allerdingt kein Sirup sondern eine rechtsdrehende Milchsäureessenz, welche durch Fermentation erzeugt und dann mit schwarze Johannisbeerkonzentrat angereichert wurde daher schmeckt es nach Cassis. Es ist kaum süß, obwohl sich ein Hauch Stevia darin befindet, um den Geschmack abzurunden und schmeckt sehr angenehm erfrischen.

Auf dem Deckel aufgestülpt befindet sich ein kleiner Messbecher mit welchem man die Menge Lactirelle, die man für ein Getränk braucht, entnehmen kann und so ergibt eine Flasche mit 100 ml Lactirelle ca. 8 Liter Erfrischungsgetränk.


Ich fand es sehr angenehm an den heißen Tagen in Gerolsteiner medium einzurühren und dann unter anderem damit meine 3 l Wasser am Tag abzudecken. Es ist zudem angereichert mit Kalium und dem Vitamin B1, dem Thiamin, was, wenn man nicht täglich einen Frischkornbrei oder Haferflocken isst, gar nicht so leicht mit der Ernährung in ausreichendem Maß aufzunehmen ist, weil es bei 90° bereits zerstört wird, aber hauptsächlich in Getreiden vorkommt, die wir ja im Allgemeinen immer gekocht essen.

Für mich persönlich kann ich nicht sagen, dass ich ein derartiges Erfrischungsgetränk brauchen würde, aber ich habe es sehr genossen es zur Verfügung gestellt bekommen zu haben. :-) Es ist bestimmt toll für Leute, die sich schwer damit tun pures Wasser zu trinken oder auch für die, die sich selbst als softdrinksüchtig bezeichnen und keine Alternative wissen, was sie stattdessen trinken können.

Lactirelle gibt es nicht nur im Shop von Dr. Jacob zu kaufen, sondern auch wie ich beim googlen feststellen durfte, in diversen anderen Onlineshops. Wer also mal Abwechslung in seiner Getränkeauswahl braucht, sich schwer tut genug zu trinken oder Kinder hat, denen man keine Limo geben will, die aber auch pures Wasser nicht mögen, der sollte Lactirelle mal ausprobieren. Aufgrund der Milchsäure nehme ich an, dass es auch bei Darmproblemen zu einer Verbesserung kommen könnte.

Menü des Tages am 16. August 2016

Brokkoli und Tomaten


Haferflocken mit Carob, Banane, Pfirsich, Leinsamen, Zimt



Eintopf mit roten Linsen, Glasnudeln, Mangold, Lauch, Thai-Curry, Gemüsebrühe und Salz


2 kleineBanane


Vollkornnudeln mit Attila Hildmanns Bolognese


Rotwein

Ich war gestern Abend bei einem Freund, der mir gegenüber erklärt hat, er könne nicht auf sein Leibgericht Spaghetti Bolognese verzichten, völlig egal wie furchtbar er es findet was mit den Tieren passiert und wenn er etwas hätte, was genau so gut schmeckt wie echte Bolognese, dann würde er auf jeden Fall auch gerne das kaufen. - Er habe aber schon mal vegane Bolognese ausprobiert und die sei mies gewesen, daher wisse er keine Alternative.

Einer meiner YouTube-Zuschauer hat mir erzählt, dass die Bolognese von Attila Hildmann echt gut sei und so haben wir geplant gemeinsam Attilas Bolo auszutesten. - Ich war zwiegespalten, so sehr ich wollte, dass sie meinem Freund schmeckt, so wenig wollte ich Attila mein Geld in den Rachen werfen. Ich hab dennoch 4 Gläser bestellt, da ich selber nie gekaufte Bolognese esse, sondern sie immer selber mache und dann am liebsten mit roten Linsen und nicht mit Sojagranulat.

Mein Freund hatte noch frische Tomaten auf seinem Balkon, also selbst gezüchtet, und hat dann Attilas Bolognese und frische Tomaten gemischt aufgekocht und abgeschmeckt und sie auf Vollkornnudeln serviert.

Und was soll ich sagen: Sie schmeckte ihm echt gut. - Die Aktion war ein voller Erfolg und ich fand sie auch gut. Allerding nervte mich der elende Ölfilm auf meinen Lippen als der Teller leer war...

Alles Liebe,

Silke

http://rausausderlustfalle.de/der-21-tage-foodplan.html

Sonntag, 14. August 2016

Raus aus der "Müll-Matrix"



Alle, die mir auf YouTube folgen wissen bereits, dass ich ein neues Hobby habe: Zero Waste 

Zero Waste ist eine Bewegung ähnlich dem Minimalismus, teilweise zu seiner Ergänzung, teilweise ihm entgegengesetzt. Es geht darum keinen Müll zu machen. Am besten überhaupt keinen. Kompost ist ok, der ist ja biologisch abbaubar, aber auch Plastik zu kaufen, das recycelbar ist, sollte möglichst vermieden werden, denn für das Recyceln wird ja auch wieder Energie verwendet und außerdem kann eh nur ein Teil von allem, was wir in den Gelben Sack geben tatsächlich auch wiederverwertet werden.

Das alles war mir völlig neu. Wie die meisten Leute voll in der "Ernährungsmatrix" hocken und absolut keine Ahnung haben wie wirklich gesunde Ernährung tatsächlich geht, hocke ich in der "Müll-Matrix". Ich weiß so ein bisschen darüber, wie die meisten Menschen wissen, dass Obst und Gemüse gesund ist und Fett und Zucker nicht. So weiß ich, dass man Müll trennen muss und mache das auch. Ich kaufe auch Recyckling-Toilettenpapier und Taschentücher, kaufe Biowaschmittel und Spüli und solche Sachen. Ich habe mir aber kaum je Gedanken darüber gemacht, was mit meinem Plastikmüll tatsächlich passiert. Außerdem sind mir die Regeln des Mülltrennens auch nicht zu 100% klar. Und ich habe auch nie darüber nachgedacht, ob es einen Grund dafür gibt, dass ich in meiner gesamten Nachbarschaft keine Tonnen für Bioabfälle sehe. Totale Matrix also: Der Müll wird abtransportiert von anderen Leuten, aus den Augen aus dem Sinn. Ich trenne, weil das irgendwie meine staatsbürgerliche Pflicht ist und denke das reicht. Ist nicht mehr mein Problem der Müll. Ich hab alles richtig gemacht und es getrennt.

So machen andere Leute das mit ihrer Gesundeit. Konsumieren wild auf sich zu, wissen nicht, wie sie das verantwortungsbewusst bewerkstelligen können, werden krank, rennen zum Arzt, der den Müll im Körper irgendwie weg machen soll und der Krankenschein wird dann aus staatsbürgerlicher Pflicht dem Arbeitgeber vorgelegt.

In beiden Fällen werden nur Symptome beseitigt aber nicht Ursachen. Die Umweltwissenschaftlerin Lauren Singer, die mit ihrem Zero Waste Lifestyle berühmt geworden ist, verwendet für die Müllproduktion das selber Gleichnis wie die plantbased Doctors, wenn diese über Schulmedizin sprechen: Es ist so als hätten wir ein überlaufendes Waschbecken in welches permanent ein Wasserhahn sein Wasser ergießt und alles was wir machen ist den Boden sauber zu wischen um den Schaden zu beseitigen. Wir versuchen die Symptome weg zu machen, statt an der Ursache zu schrauben und einfach mal den Hahn zuzudrehen!

Mit dem Müll ist es das selber. Jeder einzelne hat es per Nachfrage im Griff was die Hersteller produzieren. Jeder der was verkauft will Geld verdienen. Wer Sachen, die in Plastik verpackt sind,einfach nicht mehr kauft, senkt die Nachfrage und der Hersteller ändert was.

Ich wollte natürlich auch wissen was Plastik denn so schädliches mit unserem Körper anstellt und mit unserem Planeten und habe dann bei YouTube eine 45-Minütige Doku vom NDR gesehen, in welcher eine 7-köpfige Arztfamilie 4 Wochen auf Plastik verzichtet. Beide Eltern sind Ärzte und hocken voll in der "Müll- und in der Ernährungs-Matrix". Sie glauben, dass sie sich gesund ernähren, kaufen im Bioladen und haben 60% fetten Käse im Kühlschrank. Der Vater kauft während des plastikfreien Experiments dann auch heimlich in Plastik verpackte Wurst. Abgesehen davon, dass sie nur Halbwissen in Ernährungsbelangen haben, wissen sie nichts über die Schadstoffe, die in Plastik sein können und was diese evtl. ausrichten. Meine bisherige Recherche z.B. in Bezug auf Bisphenol A, den Weichmacher, bestätigt uneinheiltliches. Man vermutet, dass es zu Entstehung von Hodenkrebs und schlechter Spermienqualität beiträgt, vielleicht auch zu Allergien, aber definitiv klar ist das nicht. - Dagegen sind alle Studien zur KHK-Entstehung und Cholesterin völlig eindeutig.

Das Experiment ist spannend anzusehen, daher schaut da mal rein.



Und am Ende, als der ganze entfernte Plastikkram der Familie wieder zur Verfügung gestellt wird, wollen sie ihn nicht mehr haben und werfen einen Großteil der 20 Kisten auf den Müll. - Und genau das ist mein Problem beim Minimalismus. Die Leute sortieren alles aus, was sie haben, wollen sich von ihrem Kram befreien und werfen ihn auf den Müll, wo er dann ggf. nicht recycelt werden kann, er niemandem nutzt und den Planeten immer noch belastet. - Dann lieber verschenken, spenden oder sonst was, denn sooooo eindeutig sind die Studien in Bezug auf BPA eben nicht. Es ist ungesünder jemandem eine Wurst zu schenken, als Legosteine aus Plastik! Wichtig ist bei Zero Waste das nicht kaufen, nicht nur das Loswerden und auch das Weiterverwenden, wenn es noch verwendbar ist. Oder auch es jemandem zu geben, der es weiter verwenden kann.

Und so kaufe ich jetzt keine Verpackungen mehr, wenn ich es irgendwie vermeiden kann, wenn dann welche aus Pappe oder Glas, denn das ist am besten zu recyceln oder ggf. auch wiederzuverwenden. Und nur in Ausnahmefällen, wenn es absolut keine andere Alternative gibt, Plastik. Und das macht Spaß. Es ist wie ein Spiel. Immer neue Alternativen finden zu müssen, wie man keinen Müll hinterlässt. Mehr Spaß als Pokemon zu trainieren!;-) - Probiert's mal aus.

Menü des Tages am 13. August 2016

Kaffee mit Hanfmilch

Brokkoli und Tomaten


Haferflocken mit Carob, Leinsamen, Banane und Heidelbeeren


Eintopf vom Vortag


1 Mango


Milchreis aus Reis, Banane, Zimt und Hafermilch

1 Banane

Kohlrabi, roh


Eintopf aus roten Linsen, Reis, Glasnudeln, Mangold, Zwiebel, Salsa, Thai-Curry etc.


1/2 Banane

3 Tage Frühschicht an der Backtheke liegen hinter mir und ich weiß beim besten Willen nicht, wie man 40 Stunden einem einzigen Job nachgehen kann. Das ist doch viel zu langweilig besonders, wenn man es dann noch sein ganzes Leben macht.

Ich plane jetzt schon niemals 40 Stunden als Arzt zu arbeiten, noch nicht mal im PJ. Das ist nichts für mich. Es ist zu einseitig und frisst zu viel Zeit. Und Geld ist wirklich nicht alles. Die Backtheke, also, die Kuchen und so, reizen mich absolut gar nicht mehr. Sie sind nichts, was ich als Nahrung in Betracht ziehe. Ist schon komisch, wie leicht es einem fallen kann ohne was zu leben wovon man vorher dachte, das geht niemals. - Es ist so ähnlich wie  wennman denkt, dass man ohne einen Menschen, den mal liebt, nicht leben kann, und dann macht der Schluss mit einem, man leidet und irgendwann kann man ohne Probleme ohne ihn leben. Kein Wunder, denn in beiden Fällen ist der selbe Teil des Gehirns, natürlich das Belohnungssystem, für die Gefühle verantwortlich.

Und natürlich, wer hätte das jetzt gedacht, ist das Belohnungssystem auch schuld an unseren Plastikproblemen. Plastik ist ja sooo bequem. Man kann ruhig vergessen Einkaufsbeutel mitzunehmen, man braucht sich nicht die Mühe machen zu kochen und isst einfach Fertigpizza, man braucht seinen Müll nicht selber zu entfernen sondern da kommen die Männer in orange und bringen es einfach weg ohne dass man den kleinen Finger krumm machen muss. Aber schlussendlich trägt auch all das dazu bei, dass wir krank werden und dass wir unglücklich werden in unserem Goldenen Käfig voll Bequemlichkeit weil unsere Existez sinnlos wird...

Alles Liebe,

Silke

http://rausausderlustfalle.de/der-21-tage-foodplan.html

Mittwoch, 10. August 2016

Schlafentzug wirkt wie Haschisch - zumindest auf den Appetit


Eine Teilnehmerin der Raus aus der Lustfalle-Challenge hat eine faszinierende neue Studie in der Facebookgruppe gepostet. Einen Zusammenhang innerhalb des Belohnungssystems, von dem ich bisher auch nicht wusste. Es geht um Schlafentzug und Cannabinoide. - Genau, das Zeug was in Marihuana enthalten ist und high macht.

Und zwar hat man diese Studie im Schlaflabor durchgeführt und 14 Studenten entweder vier Nächte am Stück 4,5 Stunden oder 8,5 Stunden schlafen lassen. Tagsüber bekamen sie drei normale Mahlzeiten, morgens, mittags und abends. Am vierten Tag aber wurden ihnen ebenfalls Süßigkeiten und sonstige Snacks wie Chips u.ä. angeboten und es zeigte sich, dass die Probanden, die nur 4,5 Stunden Schlaf in den letzten 4 Nächten erhielten, bei diesen Snacks wesentlich stärker zu langte. Sie nahmen 50% mehr Kalorien zu sich und doppelt so viel Fett und das obwohl sie erst zwei Stunden zuvor eine volle Mahlzeit gegessen hatten und eigentlich satt sein müssten.

Man kann natürlich allein bei diesem Ergebnis schon spekulieren, dass das was mit dem Belohnungssystem zu tun haben könnte, dass Müdigkeit ein unangenehmes Gefühl ist, welches man mit Hilfe von Substanzen versucht aus zu radieren. Die Forscher haben aber auch Blutproben genommen und dann das Hungerhormon Ghrelin, das Sättigungshormon Leptin und, so heißt es, erstmals in diesem Zusammenhang auch Endocannabinoid 2-Arachidonoylglycerol, das ist die Substanz für die die Natur den Cannabinoidrezeptor, an den das THC andockt, eigentlich erfunden hat, ein Belohnungsbotenstoff, den wir selber produzieren können, und der beim Kiffen manipuliert wird.

Die Probanden mit Schlafentzug hatten morgens um ein Drittel erhöhte Werte dieses Endocannabinoids, hatten ihren Höchstwert um 1,5 Stunden im Tagesverlauf nach hinten verschoben und hatten zum Abend hin keinen Abfall im Cannabinoidspiegel wie die ausgeschlafenen Probanden.

Und so führt Schlafmangel wohl zu ähnlichen Affekten wie der Konsum von Marihuana, zumindest in Bezug auf die Fressflashs, die einen dann ereilen.

Ich persönlich kann mit Gras überhaupt nichts anfangen. Ich hab 3 Mal in meinem Leben gekifft. Beim ersten Mal habe ich nichts gemerkt, beim zweiten Mal war es eine Bong und die Wirkung war, dass ich nicht sicher war ob das was ich erlebt hatte geträumt oder echt war. Das fand ich furchteinflößend. Und beim dritten Mal bin ich 1 Minute nach dem Kiffen eingeschlafen, so müde hat es mich gemacht. - Ich finde Gras ist die allerlangweiligste Droge der Welt. Sogar Kaffee ist aufregender.

Ja, und dann kommen wir auf den Kaffee, nicht wahr? - Wir sind häufig unterschlafen, weil wir Kaffee trinken, der zuerst ganz großartig auf unser Belohnungssystem wirkt und dann kontinuierlich getrunken werden muss, um das Wachheitsniveau aufrecht zu erhalten. Wir haben auch das Problem, oder den Segen, bis tief in die Nacht Licht brennen lassen zu können und uns den Wecker zu stellen. Schlaf gilt als was nutzloses und man sagt regelrecht stolz: "Boah, ich brauch nen Kaffee, ich hab so viel geleistet"

Und damit gibt es einen weiteren Grund, aus welchem man sich als Zucker- oder Esssüchtiger Kaffee verkneifen sollte. Er selber schüttet Stresshormone aus, welche Zucker mobilisieren und anschließend Appetit auf neuen Zucker machen und er führt zu Schlafentzug welcher über das Cannabinoidsystem appetitsteigernd wirkt.

"Hm, aber ich genieße ihn ja so sehr..."


Menü des Tages am 9. August 2016

1 Kaffee mit Mandelmilch
Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Banane, Carob, Heidelbeeren und Leinsamen


 Gemüsepfanne aus Zucchini, Buchweizennudeln und Kichererbsen und der letzten Scheibe Wilmersburger oben drauf


1 Banane


Eintopf aus Blumenkohl, Möhre, Zwiebel, Gemüsebrühe, Buchweizennudeln, rote Linsen, Gewürze


1 Banane

Ich hab gerade auch wieder ein Kaffeeproblem und diese Studie ist auch für mich wieder eine Ermahnung, daran zu arbeiten. Es geht immer so los, dass ich aus irgendeinem Grund einen Kaffee trinke, aus Spaß, aus Müdigkeit oder aus Langeweile, dann will ich an den kommenden Tagen auch einen und dann denke ich, das ist zu teuer und kaufe einzeln verpackte Instantkaffeepulver und die muss ich dann ausschleichen... Es ist wirklich unglaublich idiotisch.

Dafür scheint das mit dem Nussverzicht zu funktionieren. Ich kann es nicht beweisen, weil ich mich nicht gewogen habe, aber meine Hosen fühlen sich lockerer an. Wieder so wie Anfang des Jahres bevor ich in den USA war. - Ich würde sehr gerne Beweise in Form von Fotos, der Waage etc. vorlegen, aber ich bin extra nicht auf die Waage gegangen, weil ich glaube dass Wiegen einen negativen Einfluss auf die Psyche hat, genau wie Kalorien zählen. Es lenkt vom Sättigungsgefühl ab und führt zu einer totalen Fixierung auf Essen und das kann dann in eine Essstörung oder ähnliche führen. Ich war irgendwann mal auf der Waage, aber ich will noch mehr Zeit vergehen lassen, bis ich einen Vergleich anstelle...

Alles Liebe,

Silke