Sonntag, 18. Juni 2017

Fettarme Milchprodukte könnten das Risiko steigern an Parkinson zu erkranken




Wie ihr wisst, sterben 40% der Menschen in der westlichen Welt an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Hauptrisikofaktor dafür ist, nach wie vor, ein erhöhter Cholesterinspiegel, der davon kommt, dass man zu viel Fett und Cholesterin isst (wenn man nicht gerade einen genetisch erhöhten Cholesterinspiegel hat). Deshalb wird dann von Ernährungsexperten dazu geraten fettarme Milchprodukte und fettarmes Fleisch zu essen. Fettarme Milchprodukte und Fleisch sollen Eisen und Kalzium liefern ohne die Gesundheit zu gefährden, aber ist das wirklich so?

Eine neue Studie, veröffentlicht in Neurology konnte jetzt einen Zusammenhang zwischen fettarmen Milchprodukten und der Entstehung von Morbus Parkinson ausmachen. Für alle die, denen es nicht reicht, dass der Gedanke völlig absurd ist, dass man als ausgewachsenes Säugetier die Milch eine anderen Säugetierspezies trinken sollte. ;-)

Beim Morbus Parkinson kommt es zu einer Zerstörung der Dopamin produzierenden Neurone in der Nubstantia nigra und keiner weiß warum das passiert. Allerdings scheint Rauchen und Kaffeetrinken vor Parkinson zu schützen, was, so meine Hypothese, möglicherweise damit zusammen hängt, dass die Dopaminausschüttung durch Kaffee und Zigaretten angeregt wird. Natürlich kann Rauchen aber keine Empfehlung zur Prävention von Parkinson sein, da man davon Lungenkrebs und allen anderen möglichen Mist bekommt.

Die zugrunde liegende Studie ist auch hier wieder die Nurses Health Study, eine der größten epidemiologischen Studien der USA sowie die Health Professionals Follow up Studie, beides Studien die schon seit Jahrzehnten die Lebensgewohnheiten von Gesundheitspersonal aufzeichnen und auswerten. Bereits bei früheren Studien konnte ein Zusammenhang zwischen Milchprodukten und Parkinson gezeigt werden, diese beiden Studien grenzen es jetzt auf fettarme Milchprodukte ein.

Eine Erklärung für diesen Zusammenhang soll Spekulationen zufolge der erniedrigte Harnsäurespiegel von Menschen sein, die viele Milchprodukte konsumieren. Niedrige Harnsäurewerte galten schon länger als Risikofaktor für Parkinson wohingegen hohe Harnsäurewerte zu Gicht führen.

Und jetzt wird es völlig verrückt. Die Epic-Studie hatte gezeigt, dass viele Veganer durch den hohen Hülsenfrüchteverzehr ebenfalls relativ hohe Harnsäurewerte haben, aber so gut wie gar nicht an Gicht erkranken. Die Gruppe der Fleischesser hatte den höchsten BMI, gefolgt von der Gruppe der Vegetarier, der Fischesser und der Veganer. Es fand sich eine signifikante positive Korrelation zwischen Harnsäurekonzentration und BMI sowie eine inverse Korrelation mit dem Verzehr von Milchprodukten. Am häufigsten an Gicht erkrankten aber die Menschen, die am übergewichtigsten waren und nicht die, die den höchsten Harnsäurespiegel hatten. - In allen Lehrbüchern steht, der Pathogeneseprozess sei eindeutig erklärt, aber in der Praxis bestätigt sich dieser nicht. Nicht die Purine, die Harnsäure, führen zur Gicht, bzw. nicht sie alleine führen zu Gicht.

Lange Rede kurzer Sinn: Keine tierischen Produkte zu essen schützt vor Übergewicht, Gicht und vor Morbus Parkinson.

Menü des Tages am 15. Juni 2017

½ Gurke

Haferflocken mit Banane, Leinsamen, Paranuss, Apfel, Zimt

2 Kaffee

Gemüsepfanne mit Hirse, schwarzen Bohnen, Möhren, Zucchini, Paprika, Blumenkohl, Salz, Pfeffer, Gewürze


2 Kaffee

Rest vom Mittagessen
1 Banane, 1 Birne

Also, ich bin immer mal wieder ein bisschen entsetzt, wenn sowas raus kommt. Wenn ein medizinischer Sachverhalt, der bisher immer plausibel war und sich auch biochemisch erklären lässt, in der Praxis irgendwie nicht funktioniert. Ich meine, ich bin natürlich froh, dass man als Veganer ein supergeringes Risiko hat an Gicht zu erkranken, aber ich finde es schon frustrierend, dass man nicht weiß wieso das so ist. Oder, dass diese Tatsache von manchen Leuten auch so verdreht werden könnte, dass sie Angst vor Hülsenfrüchten bekommen oder das Fleisch nicht mehr genug fürchten. Das tun sie ja eh nicht.

Ich war kürzlich in der Spätschicht in Pause mit einer Krankenschwester, die mir weis machen wollte, dass es nicht richtig von mir sei zu behaupten Fleisch sei ungesund. Ihre Oma sei 96 geworden und habe Fleisch gegessen, deshalb könne das gar nicht ungesund sein. - Nun, Helmut Schmidt ist auch 96 geworden und hat geraucht. Damit ist nicht bewiesen, dass Rauchen nicht ungesund ist. Sie erzählte mir auch von einer Freundin, die Vegetarierin sei aber ihr Kind mit Fleisch füttern würde.

Liebe Leute, die Weltgesundheitsorgannisation hat Fleisch als krebserregend eingestuft. Zu behaupten es sei nicht ungesund ist absoluter IRRSINN. Man kann es, ohne krank zu werden, gelegentlich konsumieren, wie Alkohol und Zucker auch, aber diese Dinge als gesund zu bezeichnen oder sie Kindern zu geben obwohl an sie selber nicht konsumiert, ist Wahnsinn!

Alles Liebe,

Silke

http://rausausderlustfalle.de/der-21-tage-foodplan.html

Kommentare:

  1. Es ist das handelsübliche reduktionistische Geschachere um Aspekte. Ich kenne auch so eine Oma,(ehemalige Milchbäuerin) die mit 95 noch Auto fährt, halbwegs klar im Kopf ist, aber so massiv Osteoporose hat,dass sie nicht ohne Korsett und starke Schmerzmittel auskommt. Lebensqualität sieht anders aus. Claro behauptet die, dass sie ohne Ihren täglichen Liter Milch nicht so alt geworden wäre.

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  2. Nochwas, Fleischesser benutzen Hülsenfrüchte gerne als Sündenbock. Habe so einen Fall in meinem Freundeskreis. Der Mann ist 10 Jahre jünger als ich,intelligent und beruflich erfolgreich, hat aber bereits Gicht, Schlaganfall, Gürtelrose, das ganze Programm abgearbeitet. Schwört auf Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente.

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  3. Manchmal ist man selbst schockiert, wenn man neueste Studien verfolgt und einem ganz simple Zusammenhänge dann einfach deutlich werden. Medizin wäre meine erste Wahl gewesen, wäre ich in der 13 noch etwas fitter in Mathe gewesen :)

    Grüße Poli

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  4. Es wurde nichts gezeigt, es wurde lediglich eine Assoziation gefunden in diese Studie. Assoziation bedeutet nicht Korrleation!

    Die Daten stammen von nachträglich erhobenen Berichten was und wieviel gegessen wurde. Da kommen dann bei genauerem Hinsehen solche Absurditäten wie 1460 kcal täglicher Aufnahme (Schnitt über alle Milchprodukteesser, männlich wie weiblich) bei einem BMI von 25,7 zu Tage...

    Übrigens, das Hazard Ratio bei Genießern vollfetter Milchprodukte ist _gesunken_. Bei Männern etwa

    age-adjusted HR
    1.0 (<1 Portion)

    0.81 (0.66–0.99) (1 bis 2 Portionen)

    0.71 (0.50–1.00) (2-3 Portionen)

    0.72 (0.53–1.05) (>3 Portionen)

    Dies sollte man ebenfalls erwähnen, sonst gerät man sschnell in den Verdacht, bei Studien sog. cherry-picking betreiben zu wollen, also eine gezielte Auswahl, die nur die eigene Meinung untermauert. Wissenschaft aber geht anders!

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    1. Und Korrelation bedeutet darüber hinaus auch nicht Kausalität! - Deswegen steht am Ende jeder Studie ja auch, dass man mehr Daten braucht und mehr Studien machen muss.-
      Mir persönlich reicht auch das völlig unwissenschaftliche Argument des Irrsinns bei einer anderen Spezies als erwachsenes Säugetier Milch trinken zu müssen.
      Aber ich finde es interessant, das Leute Studien darüber machen, ob gewissen ungesunde Nahrungsmittel Assiziationen zu Krankheiten haben. Ich warte noch auf eine Studie, die Brokkoli oder Hülsenfrüchte mit gewissen Krankheiten assoziiert, aber da muss ich wohl lange warten...

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