Samstag, 3. Juni 2017

Rezension: No-Fat Cookbook von Gabriele Lendle



Der geneigte Leser weiß vielleicht, dass Gabriele Lendle meine liebste deutsche vegane Kochbuchautorin ist weil sie wenig Fett in ihren Rezepten verwendet und weil sie vollwertig kocht.

Umso aufgeregter war ich als kürzlich Gabrieles neues Buch das No-Fat-Cookbook: Über 110 Rezepte mit grüner Pflanzenpower und gesunden Kohlenhydraten erschien.


Gabriele hat mich gefragt ob ich ein Exemplar dieses Buchs haben möchte, um es zu rezensieren und natürlich wollte ich. Der herausgebende Thieme Verlag hat mir dann auch sogleich ein Exemplar zukommen lassen und ich hatte jetzt Zeit ein paar der 110 Rezepte zu testen.        

Allerdings befinde ich mich gerade in der 365-Tage Raus aus der Lustfalle-Challenge und esse kein zusätzliches Fett.

Man möchte meinen, dass dieses Kochbuch perfekt dafür ist. Es enthält laut Titel gar kein Fett. - Und genau da ist mein einziger aber gravierender Kritikpunkt ab diesem Buch: Der Titel ist pure Lüge. Ich hatte tierische Probleme komplett fettfreie Rezepte zu finden um stichprobenmäßig das Buch zu testen!

Ich weiß nicht auf wessen Mist der gewachsen ist. (Nach FB-Kommunikation mit Gabriele habe ich erfahren, dass es der Verlag war, der diesen Titel wollte) Gut wäre gewesen "No-Oil Cookbook", denn das ist es, was es eigentlich ist: Ein veganes Kochbuch in welchem kein Öl enthalten ist. Es ist in etwas wie die Starch Solution. Fett ist in jedem einzelnen Rezept drin, außer in dem Linseneintopf, den ich ausprobiert habe. Bei den beiden anderen Rezepten musste ich zusätzliche Saaten weglassen um sie challengetauglich zu machen.

Gefüllte Paprikaschoten

Linsen-Gemüse-Eintopf
Hokkaido-Lasagne
Und alles drei war wirklich lecker: Gefüllte Paprikaschoten, Linsen-Gemüse-Eintopf und Hokkaido Lasagne. Aber eben nicht fettfrei.

Und da fühle ich mich, bei diesem Titel, leider völlig verarscht. In fast allen Gerichten sind Nüsse, Saaten, Avocados oder Kokosmilch enthalten, die man bei diesem Titel, finde ich, weglassen sollte. - Oder aber man nennt das Buch nicht No-Fat Cookbook, sondern No-Oil Cookbook.

Das unterstützt auch wieder die Dummheit des Verbrauchers, der denkt, dass versteckte Fette keine Fett sind. Nicht selten trifft man Diabetiker, die behaupten sie würden nicht viel Fett essen aber täglich Schokolade und Torte. Sie glauben, dass Fett nur das sei, was man als Fett identifizieren kann nämlich Öl, Butter und das Fett, das als Schwarte an einem Stück Fleisch klebt. Und dass der Thieme Verlag, der ja hauptsächlich Medizinlehrbücher verlegt, den Leser so in die Irre gehen lässt, kann ich absolut gar nicht untersützten: Don't judge a book by it's cover!

Dr. Petra Bracht hat sich um den medizinischen Teil dieses Buchs gekümmert und schreibt darüber, dass eine fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung vor Herzinfarkten schützt. Für Patienten nach einem Herzinfarkt ist der Fettanteil der Rezepte in diesem Buch aber zu hoch. Alle anderen können mit aller Ruhe so essen und werden ziemlich wahrscheinlich keinen zu hohen Cholesterinspiegel entwickeln, von daher ist das Buch natürlich empfehlenswert.

Aber dieser Titel macht mich echt sauer!

Naja, und dann ist ja Gabriele meine liebste Kochbuchautorin, weil sie eh schon recht fettarm, vollwertig und pflanzlich kocht. Ich sehe in diesem Buch keinen Unterschied zu ihrem Buch Vegan international: In 115 veganen Rezepten um die Welt. Der Fettanteil ist größtenteils gleich. Ich hatte bei diesem Buch gehofft, dass das ein Buch sein würde, was wirklich Rezepte anbietet, die wirklich fettfrei sind und dass ich diese Buch dann zum Beispiel auch dem Mann meiner Kommilitonin empfehlen könnte, der vor einem halben Jahr einen Herzinfarkt hatte, seither vegan und fettarm lebt und auf der Suche nach Rezepten ist.

Dieses Buch kann man da leider nicht empfehlen. Je mehr Fett in der Nahrung ist, desto mehr Medikamente muss der Patient weiterhin nehmen und manche von denen haben Nebenwirkungen die niemand haben will. Bei Männern können Beta-Blocker zum Beispiel zu erektiler Dysfunktion führen. Sprich: Sie kriegen keinen mehr hoch.- Herzlichen Glückwunsch!

Wie gesagt, leider ist dieses Buch nicht das, was ich mir davon versprochen hatte. Gabriele meinte, dann solle ich doch selber ein Kochbuch schreiben. - Wofür ich natürlich eigentlich überhaupt keine Zeit habe...

Aber gut, es fehlt tatsächlich das Buch "Essen nach dem Herzinfarkt" welches einem Patienten nach dem Herzinfarkt darlegt, was die Medikamente, die er nimmt, bewirken sollen, warum er sie nehmen muss und wie er sie mit dem richtigen Lebensstil reduzieren kann. Und ein solches Buch kann natürlich keine Kochbuchautorin schreiben, das braucht schon jemanden mit medizinischem Sachverstand.

Mal schauen, vielleicht schreibe ich doch noch ein solches Buch...

Menü des Tages am 2. Juni 2017  

2 Kaffee, schwarz
Brokkoli


Haferflocken mit Banane, Leinsamen, Paranuss, Stevia, Birne


Salat in Mensa mit schwarzen Bohnen und Hirse


Kaffee mit Sojamilch

1 Banane
1 Apfel

Champignons mit Frühlingszwiebeln, Reis, schwarzen Bohnen und Gewürze

1 Apfel
3 alkoholfreie Bitburger

Also, das Buch, als reines Kochbuch ist schon gut, die Rezepte sind alle lecker, es ist vegan und es ist vollwertig. Aber es ist sehr wohl Fett enthalten. Und manchmal auch nicht gerade wenig. Da kommt schon mal ne ganze Avocado in ein Rezept oder 200 ml Kokosmilch (die aus der Dose, nicht die zum trinken) und das ist bei Zustand nach Herzinfarkt zu viel, finde ich, wenn man das Ziel hat seine Betablocker und Statine zu senken.

Für Leute die gerne gesund und vegan essen und sich vor einem Herzinfakt schützen wollen, ist das Buch durchaus ok.

Aber ich würde mich sehr freuen, wenn es Beschwerdebriefe an den Verlag hageln würde, dass der Titel eine Katastrophe ist!

Wirklich fettfrei ist hingegen mein Raus-aus-der-Lustfalle-FoodPlan.:-)

Alles Liebe,

Silke
http://rausausderlustfalle.de/der-21-tage-foodplan.html

Kommentare:

  1. "es fehlt tatsächlich das Buch "Essen nach dem Herzinfarkt" "
    vielleicht das?
    https://smile.amazon.de/Essen-was-Herz-begehrt-Herzerkrankungen/dp/3944125738/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1496478798&sr=8-2&keywords=esselstyn

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  2. Auch das ist zum Vorbeugen und nicht für nahc dem Herzinfarkt.

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    1. Nachtrag: Ich hab gerade die Rezensionen bei Amazon gelesen. Da steht es seien keine Nüsse enthalten. Stimmt das? Kennst du das Buch?

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    2. Nein, ich kaufe keine Kochbücher mehr, da ich sehr einfach esse. Aber da es von Esselstyn ist gehe ich mal davon aus dass es keine zusätzlichen Fette hat.

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    3. Naja, es ist von Esselstyns Frau und seiner Tochter.
      Ich hab zwei Bücher seines Sohns und da ist sehr wohl Fett drin...

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    4. Das stimmt, seine Bücher sind aber auch nicht für die Heilung von Herzerkrankungen bestimmt. Ich glaube nicht dass Esselstyn damit wirbt es nicht wirklich fettrei ist.

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    5. doch es sind wirklich fettarme Gerichte für wirklich herzkranke Menschen. Ein Gericht war in Anlehnung an ein Rezept von Rip und sie haben das so abgeändert, dass es fettärmer ist. Es sind nur oftmals halt amerikanische Rezepte mit Zutaten, die es hier gängigerweise nicht gibt.

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  3. Mir sind noch 2 Kochbücher eingefallen. Die kenne ich auch nicht, deshalb weiß ich auch nicht ob die wirklich fettfrei sind.
    Mehr als 175 köstliche vegane Rezepte ohne Zusatz von Fett:
    https://smile.amazon.de/Happy-Vegan-Tag-für-fettarme/dp/394656626X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1496483372&sr=8-1&keywords=lindsay+nixon

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  4. https://smile.amazon.de/Happy-Vegan-Rezepte-Abnehmen-Glücklich-Sein/dp/3944125541/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1496483372&sr=8-2&keywords=lindsay+nixon

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