Donnerstag, 29. Juni 2017

Stress in der Schwangerschaft kann zu Binge Eating Disorder beim Kind führen - Es sei denn...



Eine der faszinierendsten Studien, die ich in der letzten Zeit gelesen habe kommt vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München und wurde Ende Mai im Journal Cell-Metabism veröffentlich.

Ich hab keine Ahnung wie man darauf kam, die Studie durchzuführen aber nehme an, dass man im Max-Planck-Institut vorherige Studien als Grundlage gekommen hat, von denen ich noch nie gehört habe...

Also folgendes Studiendesign:

Trächtige Mäuse wurden Stress ausgesetzt um rauszufinden, ob dieser Stress das Verhalten der Nachkommen verändern und zwar bezüglich Essen. Wie sollte es auch anders sein, wenn ich darüber schreibe.:-) Speziell ging es um Binge Eating Disorder, also regelmäßige Fressanfälle, bei denen der Betroffene tausende Kalorien in sich rein stopft, meistens um emotionale Belastungen zu bewältigen. 3% der Bevölkerung, so heißt es, leiden unter dem Binge Eating Disorder, die meisten von ihnen Frauen. Nicht nur leiden die Betroffenen unter dem Kontrollverlust, sowie ihrem Übergewicht, sie bekommen selbstredend auch die üblichen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aber zurück zu den Mäusen. In dieser Studie (hier die Stellungnahme des Max-Planck-Instituts) zeigte sich, dass besonders der weibliche Nachwuchs von Mäusen, die man in der Schwangerschaft Stress ausgesetzt hatte, dazu neigte später Fressanfälle zu bekommen. Und man machte auch die epigenetische Ursache dafür aus. - Ich lese gerade das Buch Gesundheit ist kein Zufall: Wie das Leben unsere Gene prägt - Die neuesten Erkenntnisse der Epigenetik des Neurobiologen Peter Spork, der sich hier ausschließlich mit epigenetischen Veränderungen beschäftigt, welche durch Lifestyle Maßnahmen und die Psyche entstehen, welcher schreibt, Epigenetik sei die Wissenschaft, die gerade auf dem absoluten Höhenflug ist. Genetik sei regelrecht Schnee von gestern, denn Gene alleine richten gar nichts aus. Es geht darum ob sie abgelesen werde und das wiederum hängt von den epigenetische Veränderungen ab. Und da sind es meistens Methylgruppen, welche sich an Gene anlagernd, die daraufhin nicht abgelesen werden können.

Genau das passiert hier auch im Mausmodell und beim Binge Eating. Der Stress führt bei den Mäusebabies zu einer Hypomethylierung, also einer verminderten Methylierung des Gens miR-1a und es werden genetische Informationen abgelesen, die unterdrückt worden wären, wenn kein Stress vorhanden gewesen wäre. In dem Fall: Eine Binge Eating Störung. ABER, die Hypomethylierung, so fanden die Forscher im Max-Planck-Institut ebenfalls raus, war nur ein Problem, wenn die veränderte Genexpression in der Jugend der Mäuse getriggert wurde und zwar durch eine unausgewogene Ernährung.

Und da sind wir schlussendlich wieder bei allem was Kathleen DeMaisons in der Praxis in Erfahrung gebracht hat, was Inke Jochims in ihrem Buch Zucker und Bulimie: Wie richtige Ernährung hilft, aus Bulimie und Binge Eating auszusteigen schildert. Um Essstörungen zu therapieren bedarf es einer ausgewogenen Ernährung und auch um diese gar nicht erst aufkommen zu lassen. Und es zeigt mal wieder wie sehr das Verhalten der Mutter das spätere Leben des Kindes beeinflusst. Nicht nur bei der Erziehung, sondern bereits pränatal.

Allerdings spielte in dieser Studie wohl auch eine Rolle, dass sich die Mäusemütter bereits im fortgeschrittenen Stadium einer Schwangerschaft befanden und wir es mit Mäuseföten zu tun hatten, die bereits über einen Hypothalamus im Hirn hatten, an welchem sich die epigenetischen Veränderungen auswirken konnte. In der Frühschwangerschaft wären die Auswirkungen sicherlich geringer bzw. vielleicht sogar gar nicht vorhanden.

Somit liegt auch jetzt wieder alle Verantwortung bei den Müttern, die sich nicht stressen lassen dürfen, dadurch, dass all die Verantwortung für die Zukunft des Kinders mal wieder auf ihren Schultern liegt. Na dann prost Mahlzeit!

Menü des Tages am 28. Juni 2017 

½ Gurke


Haferflocken mit Banane, Leinsamen, ½ Paranuss, Kokosmehl, Zimt, Granatapfel
2,5 Kaffee schwarz

Gemüsepfanne mit Zucchini, Reis, Wakame, Paprika, Mangold, Petersilie, Salz, Pfeffer, Scharbziger Klee


1 Apfel



Banane mit Reis, Zimt und Nektarine


Ich bin in der Klausurphase, welche mal wieder schlimm ist, aber nicht so schlimm wie letztes Semester. Was daran liegt, dass ich dieses Semester wieder einen anständigen Lernplan erstellt habe. Aber wenn es dann auf die Klausuren zu geht, bin ich wieder völlig verunsichert, ob das was ich getan habe ausreicht. Ich frage mich ehrlich wie schwangere Kommilitoninnen das machen und davon habe ich so einige erlebt in den letzten Jahren. Die dürfen nur 1 Tasse Kaffee trinken und die dürfen sich nicht stressen. Um mal beim Thema zu bleiben. Eine hat sogar Zwillinge bekommen!Wie geht das?

Aber da bin ich wieder bei meinem wahrscheinlich einzigen psychischen Defekt. Ich hab keine Resilience, weil ich keine Unterstützung habe und nie hatte. Kein Urvertrauen und so. Hat sicherlich auch mit epigenetischen Veränderungen zu tun.

Alles Liebe,

Silke

PS: Lieber Arndt, nochmal an dieser Stelle vielen, vielen herzlichen Dank für deine Unterstützung.:-) Deine E-Mail-Adresse ist mir schon wieder abhanden gekommen!

http://rausausderlustfalle.de/der-21-tage-foodplan.html

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